Schwacher Dollar

IBM legt bei Umsatz und Gewinn kräftig zu

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Der IT-Konzern IBM hat im zweiten Quartal Umsatz und Ergebnis deutlich gesteigert und die Erwartungen von Analysten übertroffen. Big Blue profitierte dabei von seiner starken internationalen Ausrichtung und den periodisch wiederkehrende Einnahmen aus Service- und Softwareverträgen.

Wie der Konzern am Donnerstag Abend bekannt gab, stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 22 Prozent auf 2,77 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie (EPS) legte um 28 Prozent auf 1,98 Dollar zu. Der Umsatz zog um 13 Prozent auf 26,8 Milliarden Dollar an - sieben Prozent des Anstiegs verdankte IBM dabei allein Wechselkursgewinnen durch den schwachen Dollar. Analysten hatten mit einem EPS von 1,82 Dollar und einem Umsatz von 25,92 Milliarden Dollar gerechnet.

Die internationale Ausrichtung von "International Business Machines" zahlt sich wieder einmal aus.
Die internationale Ausrichtung von "International Business Machines" zahlt sich wieder einmal aus.

"IBM verbuchte ein hervorragendes Quartal und ein starkes erste Halbjahr 2008", erklärte Konzernchef Samuel Palmisano in einem Statement. Die Resultate demonstrierten, dass IBM die Fähigkeit hat, sowohl wachsenden wie auch in etablierten Märkten zu gedeihen.

Da der IT-Konzern mittlerweile rund zwei Drittel seiner Umsätze außerhalb der USA erzielt, konnte er von der aktuellen Dollarschwäche deutlich profitieren. Geografisch gesehen, erwirtschaftete Big Blue auf dem amerikanischen Kontinent 10,9 Milliarden Dollar Umsatz - ein Plus von acht Prozent (sechs Prozent bei stabilem Wechselkurs) gegenüber dem Vorjahr. Die Erlöse im Emea-Raum kletterten gar um 20 Prozent (sieben Prozent) auf 9,8 Milliarden Dollar. Im Asien-Pazifik-Raum erwirtschaftete IBM mit 5,3 Milliarden Dollar 16 Prozent (sechs Prozent) mehr Umsatz.

Gleichzeitig machten ihn bestehende Service- und Softwareverträge relativ immun gegenüber der beginnenden Wirtschaftsschwäche. Im größten Geschäftsfeld Global Technology Services wuchs der Umsatz um 15,3 Prozent auf 10,10 Milliarden Dollar. Im Bereich Global Business Services stiegen die Einnahmen um 18 Prozent auf 5,11 Milliarden Dollar.

Im Bereich Software konnte IBM mit 5,6 Milliarden Dollar knapp 17 Prozent mehr umsetzen als im Vergleichsquartal 2007. Dabei steuerten die Middleware-Produkte, also vornehmlich WebSphere, Information Management, Tivoli, Lotus und Rational 4,3 Milliarden Dollar zu den Einnahmen bei. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Hervorzuheben sind dabei insbesondere die Divisionen Lotus (plus 21 Prozent), Rational (plus 37 Prozent). Außerdem kletterten die Einnahmen der Division Information Management dank der Cognos-Übernahme um 30 Prozent in die Höhe.

Schlechter sieht es - rein rechnerisch - für den Bereich Systems & Technology aus - hier legten die Einnahmen nur um zwei Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar zu. Schuld sind die im Vorjahr noch verbuchten Umsätze der im Juni 2007 an Lenovo verkauften PC-Sparte (PSD) - diese herausgerechnet, wären die Erlöse um immerhin fünf Prozent gestiegen. Die Systems-Division wuchs um zehn Prozent - dank guter Geschäfte mit "System-z"-Mainframes und "System-p"-Servern. Die Umsätze mit "System-x"-Servern gingen dagegen um fünf Prozent zurück, die mit "System-i"-Produkten gar um 47 Prozent.

Für die Zukunft ist IBM optimistisch. Konzernchef Palmisano bekräftigte den Ausblick für das Gesamtjahr und geht nun von einem Gewinn von mindestens 8,75 Dollar je Aktie aus. Außerdem sieht er Big Blue weiterhin auf dem Weg, den Gewinn bis 2010 auf zehn bis elf Dollar je Aktie ausweiten zu können. Diesen Plan unterstützen könnten einige "attraktive" Übernahmekandidaten, die IBM ausgemacht habe, so Palmisano. (mb)