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IBM kündigt hybride Datenbank für XML und relationale Daten an

14.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die IBM gab Anfang des Monats in einer Konferenz für Analysten bekannt, dass sie an einer neuartigen Datenbank arbeite. Sie soll zwei separate Storage-Engines enthalten - eine relationale und eine für XML. Bisher setzte Big Blue auf das Konzept, XML-Daten objektrelational in der DB2 zu speichern. Dieses Verfahren nutzen auch Oracle (mit "XML DB") und Microsoft. Anbieter nativer XML-Datenbanken wie die Software AG hatten seit jeher argumentiert, dass dieser Ansatz zu aufwändig sei und auf Kosten der Performance ginge. Es muss entweder die hierarchisch strukturierten XML-Daten auf Tabellen abbilden oder diese Informationen über einen eigenen Datentyp in einem Feld verwalten. Bei DB2 ist dafür der XML Extender zuständig.

Die geplante hybride Datenbank zieht eine klare Trennlinie zwischen den beiden Arten von Daten. Sie erhalten eigene Tablespaces und separate Indizes. Die Engines werden sich indes alle Funktionen für das Datenbank-Management sowie den Query-Optimiser teilen.

Philip Howard von Bloor Research bewertet IBMs Vorhaben sehr positiv und glaubt, dass sich Big Blue damit von der Konkurrenz absetzen kann. Nach seiner Einschätzung bieten derzeit Oracle und Sybase die beste XML-Unterstützung, jene von Microsoft wird erst mit dem SQL Server 2005 erheblich ausgebaut. Das hybride System der IBM könnte nach seiner Auffassung die Nutzung von XML-Daten vereinfachen und dabei wesentlich leistungsfähiger sein.

Bisher ist noch unklar, wie die neue Datenbank heißen und in welchen Ausführungen sie vertrieben wird. IBM Deutschland konnte zu dieser Software noch keine Auskunft geben. Laut Bloor Research soll die XML-Engine als zusätzlich Option angeboten werden, so dass man auch weiterhin nur die objektrelationale Datenbank kaufen kann. Ob umgekehrt die XML-Engine ohne ihr relationales Gegenstück erworben werden kann, steht wohl noch nicht fest. Die Software befindet sich derzeit im Alpha-Stadium, eine Betaversion soll in Bälde erscheinen. (ws)