Enterprise Mobility Management

IBM kauft Fiberlink

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Die Konsolidierung im Bereich Mobile Device Management (MDM) – zumindest in der ersten Reihe davon – geht weiter: Um seine Lücken im Mobility-Portfolio zu schließen, hat IBM den US-amerikanischen MDM-Anbieter Fiberlink, besser bekannt durch sein Cloud-Produkt „MaaS360“, für einen nicht genannten Betrag übernommen.
Die IBM-Zentrale in Armonk
Die IBM-Zentrale in Armonk
Foto: IBM

Wer sich in Big Blue's Bauchladen ein wenig auskennt, weiß, dass der IT-Riese im Zuge der Übernahme von Big Fix vor drei Jahren auch eine einheitliche Verwaltungslösung für Desktops und mobile Geräte erhalten hat. Beim IBM Endpoint Manager handelt es sich allerdings dabei um eine rein stationäre Lösung, es fehlen außerdem unter anderem noch Features für das mittlerweile wichtig gewordene Mobile Applikation Management (MAM), also etwa Container für E-Mails und Content. Nicht zuletzt aus diesen Gründen wurde die Lösung im letzten Gartner-Report zu MDM nur noch als Visionär (Quadrant rechts unten) geführt. Mit Fiberlink, beziehungsweise der Lösung MaaS360, die von Gartner als einer der Marktführer gewertet wurde, erhält IBM jetzt zahlreiche der vermissten Funktionen, insbesondere MAM und MCM sowie die vermisste Cloud-Fähigkeit.

Wie der Hersteller bekannt gab, wird MaaS360 nach der bis Jahresende anvisierten Übernahme Teil von IBMs Software-as-a-Service-Portfolio mit mehr als 100 Cloud-Diensten und auf der SoftLayer-Infrastruktur bereitgestellt. IBM Endpoint Manager bleibt dem Vernehmen nach aber weiter im Programm, um Kunden wahlweise ein Cloud- oder On-Premise-basierende Verwaltung aller Endpunkte - von Notebooks, Desktops und Servern bis hin zu mobilen Geräten - zu ermöglichen.

Aus Sicht von Marktbeobachtern erhöht die jüngste Akquisition den Druck auf andere große Player im Bereich Enterprise Software, etwa HP, CA, BMC oder Oracle, ebenfalls aktiv zu werden. Obwohl es Schätzungen zufolge mehr als hundert Anbieter im MDM-Markt gibt, ist die Auswahl im oberen Segment gering - die einzigen unabhängigen Anbieter im Leader's Quadrant (wenn man diesen als Maßstab heranzieht) sind Airwatch, Good Technology und MobileIron. Auch wenn die Summe für die Fiberlink-Übernahme nicht genannt wurde, dürfte der Marktpreis dieser Player nach dem Deal weiter gestiegen sein.