Business Intelligence aus der Cloud

IBM kauft Coremetrics

Spezialgebiet Business-Software: Business Intelligence, Big Data, CRM, ECM und ERP; Betreuung von News und Titel-Strecken in der Print-Ausgabe der COMPUTERWOCHE.
Mit Hilfe der im Software-as-a-Service-Modus (SaaS) angebotenen Coremetrics-Produkte sollen Anwenderunternehmen Verhalten und Reaktionen ihrer Kunden im Web effizienter analysieren können.

IBM baut sein Portfolio rund um die Business-Intelligence- und Analytics-Produkte weiter aus. Mit Coremetrics übernimmt der IT-Konzern einen Anbieter von Cloud-basierten Analytics-Services. Anwenderunternehmen seien damit in der Lage, Verhalten und Reaktionen ihrer Kunden im Web zu beobachten und zu analysieren. Die so gewonnen Informationen beispielsweise aus Online-Foren und Social-Media-Sites, die sich laut Hersteller in Echtzeit in die jeweiligen Business-Applikationen integrieren lassen, könnten dabei helfen, Marketing- und Werbeaktionen zielgenauer zu platzieren.

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IBM-Angaben zufolge treffe man damit die derzeit hoch priorisierten Anforderungen der eigenen Kunden. Fast 90 Prozent der Firmenchefs wollen in den nächsten fünf Jahren ihre Kunden stärker ins Blickfeld rücken, beruft sich der IT-Konzern auf eine eigene Studie. Dabei gehe es vor allem darum, deren Ansprüche und Wünsche besser zu verstehen.

IBM kauft für elf Milliarden Dollar BI ein

Die IBM-Verantwortlichen forcieren bereits seit geraumer Zeit die Bereiche Analytics und Business Intelligence. In den vergangenen fünf Jahren hat der Konzern für 18 Zukäufe rund elf Milliarden Dollar ausgegeben. Darunter finden sich prominente Firmennamen wie Cognos und SPSS. Insgesamt arbeiten in IBMs Analytics-Sparte derzeit etwa 5000 Mitarbeiter.

Joe Stanhope, Analyst von Forrester Research bezeichnete den Deal als interessanten Schachzug IBMs. Coremetrics verfüge über gute Produkte und ein gutes Renommee in der Branche. Interessant werde es jedoch zu beobachten, ob und wie es IBM gelinge, die Informationen aus den Coremetrics-Services in die anderen BI-Applikationen zu integrieren.

Wie viel sich IBM den Zukauf kosten lässt, wollten beide Seiten nicht verraten. Die Produkte würden in das Business-Analytics Softwareportfolio integriert, hieß es. Auch die rund 230 Mitarbeiter des übernommenen Herstellers sollen einen Platz innerhalb der Softwaresparte von Big Blue finden. Den bislang bekannt gegebenen Plänen zufolge soll die Übernahme im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden. Mit Coremetrics gewinnt der Konzern eine Reihe interessanter Kunden: Der Analytics-Spezialist hat Firmen wie die Bank of America, die Hotelkette Holiday Inn und die Fluglinie Virgin Atlantic Airways unter Vertrag.