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IBM kauft Ascential für 1,1 Milliarden Dollar

14.03.2005
Big Blue verstärkt seine Sparte Information Management durch die Übernahme des ETL-Spezialisten Ascential Software. Dieser agiert laut IDC in einem wachsenden Markt.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM hat einer Mitteilung zufolge eine bindende Übereinkunft zur Übernahme des Anbieters von Datenintegrationssoftware Ascential Software geschlossen. Big Blue will demnach das in Privatbesitz befindliche Unternehmen mit Sitz in Westboro, Massachusetts, für 1,1 Milliarden Dollar in bar (entsprechend 18,50 Dollar pro Aktie) übernehmen. Zum Fixing am vergangenen Freitag hatte das Ascential-Papier an der Nasdaq bei 15,70 Dollar notiert.

Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der Ascential-Aktionäre und Regulierungsbehörden und soll im Laufe des zweiten Quartals 2005 abgeschlossen werden. Mit der Übernahme will IBM sein Portfolio im Bereich Informations-Integration in heterogenen Umgebungen verstärken, das momentan mit dem "Websphere Information Integrator" abgedeckt wird.

Ascential, neben Informatica und SAS Institute einer der Marktführer im Bereich ETL (Extract, Transform and Load), soll ein Geschäftsbereich der IBM-Sparte Information Management werden, die Janet Perna als General Manager leitet. Technik und Lösungen von Ascential will Big Blue in dieser Sparte sowie in die seiner Software Group übernehmen. Ascentials Produkte sollen über die Vertriebskanäle und Partner beider Unternehmen angeboten werden. Dabei will IBM auf die bisherige Partnerschaft aufbauen, in deren Rahmen die Firmen über 550 gemeinsame Kunden haben.

"Die Integration von Informationen ist ein wichtiger Enabler einer On-demand-Geschäftsstrategie. Kunden erhöhen ihre Ausgaben für Software, mit der sie rasch ihre Unternehmensdaten analysieren, konsolidieren und daraus Wert schöpfen können", erklärte Steve Mills, Softwarechef der IBM. Der Zukauf erweitere die offene Integrationsplattform der Armonker und unterstütze IBM dabei, beim Kunden eine Umgebung einzurichten, die die nötigen Daten in der richtigen Form, am richtigen Ort und zur richtigen Zeit liefere.

IBM sieht durch den Zukauf - im Zusammenspiel mit seinem vorhandenen Middleware-Portfolio - seine führende Rolle in Bereichen wie Business Intelligence, Business Performance Management, Business Transformation, Multi-Channel-Commerce, RFID, Konsolidierung von Fusionen und Übernahmen, Stammdatenverwaltung (Master Data Management) und Erfüllung gesetzlicher Auflagen (Compliance) gestärkt.

Die Übernahme betont aus Sicht IBMs gleichzeitig dessen Commitment zu offenem Computing, weil die Technik von Ascential nicht bloß die Datenquellen von IBM, sondern auch die von anderen Anbietern unterstütze, darunter Oracle, SAP sowie Microsoft.

Ascential bedient (mit seinen Partnern) derzeit über 3000 Kunden in allen wichtigen Branchen und gilt laut IBM weithin als Marktführer im Bereich Enterprise Data Integration. Die Firma steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um 46 Prozent auf 271,9 Millionen Dollar. IBM selbst gibt an, es habe mit seiner Sparte Information Management im vergangenen Jahr "ein dreistelliges Wachstum" erzielt.

Das Marktforschungsinstitut IDC erwartet, dass die weltweiten Investitionen für Datenintegration von 9,3 Milliarden Dollar im Jahr 2003 bis zum Jahr 2008 auf 13,6 Milliarden Dollar steigen werden. Als Hauptmotive für den Einsatz solcher Integrationstechnik listen die Auguren schnellere Reaktion auf sich verändernde Geschäftsbedürfnisse, höhere operationale Produktivität der Mitarbeiter sowie besseren Kundenservice. (tc)