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IBM-Gewinn sinkt um 97 Prozent

18.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Computerkonzern IBM konnte das zweite Geschäftsquartal gerade noch mit einem relativ kleinen Nettogewinn abschließen: Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sank der Reingewinn um 97 Prozent von rund zwei Milliarden oder 1,17 Dollar je Anteil auf 56 Millionen Dollar beziehungsweise drei Cent pro Aktie. Grund waren unter anderem hohe Abschreibungen für den massiven Stellenabbau, Restrukturierungskosten im Bereich Mikroelektronik sowie der Verkauf der defizitären Festplattensparte an Hitachi. Summa summarum belasteten diese Einmaleffekte die Bilanz mit 2,1 Milliarden Dollar. Aber auch die anhaltende Branchenflaute hinterließ ihre Spuren in der Bilanz: Der Umsatz fiel im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,7 Prozent von 20,83 Milliarden auf 19,7 Milliarden Dollar. Allerdings gelang es Big Blue, sich gegenüber dem ersten Geschäftsquartal zu

verbessern. Damals hatte der Konzern nur Einnahmen in Höhe von 18,5 Milliarden ausgewiesen. Auch die Analysten zeigten sich von dem aktuellen Umsatz zufrieden, da sie laut First Call/Thomson im Schnitt nur mit 19,4 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Verglichen mit dem Vorjahresquartal konnte die margenträchtige Softwaresparte als einziger Bereich ein signifikantes Wachstum vorweisen: Die Lizenzeinnahmen kletterten auf 3,2 Milliarden Dollar, dabei profitierte Big Blue insbesondere von der Steigerung um zehn Prozent bei Middleware-Produkten. Die Dienstleistungs-Division Global Services lag mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden Dollar nur knapp unter Vorjahresniveau. Einen starken Einbruch verzeichneten die Arkmonker dagegen im Hardwaresektor, dort schrumpften die Einnahmen um 16 Prozent von 7,9 Milliarden auf 6,7 Milliarden Dollar. Die Halbleitersparte büßte sogar 32 Prozent ihres Vorjahresumsatzes ein. Nicht in den Zahlen enthalten sind die Ergebnisse der verkauften Festplattensparte. In diesem Bereich verzeichnete IBM einen Verlust von 389 Millionen Dollar bei zirka 300 Millionen Dollar Umsatz.

Finanzchef John Joyce erwartet in der zweiten Jahreshälfte wieder einen leichten Umsatzwachstum. Optimistisch stimmen ihn außerdem die schlechten Ergebnisse der Konkurrenz. Joyce erklärte, der Konzern hat in vielen Segmenten an Marktanteilen zugelegt und in anderen Bereichen zumindest seine Position behauptet. (mb)