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IBM bekommt East Fishkill langsam in den Griff

13.05.2004

IBM hat sich in einer Konferenzschaltung mit Analysten zu den Problemen seiner 300-Millimeter-Wafer-Fertigung in East Fishkill geäussert. Zwar würde man noch nicht die Zahl funktionsfähiger Prozessoren pro Wafer erreichen, die man sich erwarte. Aber die Menge an Ausschuss werde kontinuierlich reduziert.

Die Anzahl an funktionstüchtigen Prozessoren, die Halbleiterhersteller aus einer Waferscheibe heraus schneiden können, wird als Yield bezeichnet. Bei den 300-Millimeter-Wafern gewärtigte IBM derartige technischen Probleme, dass davon das Geschäftsergebnis der IBM-Division Systems and Technology Group massiv beeinflusst wurde. Der Geschäftsbereich verlor im ersten Quartal 2004 rund 150 Millionen US-Dollar wegen der Produktionsschwierigkeiten.

Apple, eines der Unternehmen, die von Big Blue den Power-Prozessor - hier insbesondere den "970FX"-Chip - beziehen, hatte sich erst vor einem Monat darüber beschwert, dass wegen der unzureichenden Zahl produzierter Power-Prozessoren auch die Auslieferung von Apple-Servern der Linie "Xserve G5" ins Stocken geraten sei und man so Geschäft verloren habe.

Mit der Größe der Wafer, aus denen man pro Scheibe eine immer größere Zahl von CPUs schneiden will, geht entwicklungstechnisch und in finanzieller Hinsicht eine große Herausforderung einher. Um die zunehmend kleiner werdenden Schaltkreise überhaupt noch herstellen zu können, müssen die einzelnen Chipbestandteile wie etwa Transistoren sukzessive alle geschrumpft werden. Bei einigen Transistoren sind die Gatter aber ohnehin nur noch einige Atome groß. Um hier eine weitere Miniaturisierung zu erreichen, müssen die Produktionstechniken und Materialien in einem aufwendigen und sehr teuren Prozess neu entwickelt werden. Innovationen auf diesem Feld können, sagt IBMs Cheftechnologe der Systems and Technology Group, Bernie Meyerson, zwischen fünf bis zehn Jahre dauern.

IBMs Vice-President John Kelly sagte nun, dass Big Blue im zweiten Quartal 2004 die Erwartungen von Kunden wie Apple sehr viel besser erfüllen werde. (jm)