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IBM: 15 Prozent mehr Gewinn dank Service

19.04.2001
Sorgenkind PC-Division

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM hat gestern seine mit Spannung erwartete Bilanz für das erste Quartal 2001 veröffentlicht. Mit einem Plus von 15 Prozent beim Nettogewinn - dieser stieg auf 1,75 Milliarden Dollar oder 98 Cent pro Aktie - trotzte Big Blue dem konjunkturell bedingten Abwärtstrend in der IT-Branche und entsprach den Erwartungen der Finanzwelt. Im Vorjahresquartal betrug der Gewinn 1,52 Milliarden Dollar oder 83 Cent je Anteilschein.

Den Umsatz steigerten die Armonker nach 19,35 Milliarden Dollar im Berichtzeitraum des Vorjahres um 8,8 Prozent auf 21,04 Milliarden Dollar und übertrafen damit die Erwartungen der Wall Street (sieben Prozent). Ohne währungsbedingte Verluste hätten die Einnahmen um 14 Prozent zugelegt, so IBM. 40 Prozent der Einnahmen stammten aus dem Servicegeschäft, das um 12,2 Prozent wuchs. Allein in dieser Sparte stieg das Auftrags-Backlog während des ersten Quartals um weitere zehn auf nunmehr 87 Milliarden Dollar - mithin eine auf absehbare Zeit sichere Umsatzquelle. Der Unternehmensbereich Technology, der Halbleiter und andere Hightech-Teile fertigt, steigerte seinen Umsatz um üppige 49,2 Prozent.

Der Bereich Enterprise Hardware legte - getrieben durch die neuen "zServer"-Mainframes" mit einem Plus von 40 Prozent - um insgesamt elf Prozent zu. Bei den Unix-basierten "pServern" (vormals RS/6000) ging es um 33 Prozent aufwärts; die "iServer" (früher AS/400) verzeichneten indes leicht rückläufige Einnahmen - laut IBM, weil die Kunden auf neue Modelle warten, die im Laufe des Jahres auf den Markt kommen. Sorgenkind ist allerdings wieder einmal die PC-Division, die trotz eines Umsatzwachstums von sieben Prozent nach zwei profitablen Quartalen einen Fehlbetrag von 58 Millionen Dollar auswies. Hier rächt sich die Verlagerung der Intel-basierten Server in den Enterprise-Bereich.

Konzernchef Louis Gerstner erklärte ungewohnt aggressiv, IBM werde "in diesem Jahr die meisten Konkurrenten hinter sich lassen, egal welche Märkte sich noch auftun". Das PC-Business allerdings schmerze, und auch eine IBM sei nicht immun gegen nachlassendes Konsumenteninteresse, so der Chairman und Chief Executive Officer (CEO). Finanzchef John Joyce zeigte sich zuversichtlich, dass IBM die Erwartungen der Finanzwelt im Kalenderjahr 2001 erfüllen wird. Die Analysten rechnen laut First Call/Thomson mit einem Jahresgewinn von 4,87 Dollar pro Aktie. Das wäre eine Steigerung um 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresprofit von 4,44 Dollar je Anteilschein. Die Anleger vernahmen dies mit Freude, im nachbörslichen Handel stieg der IBM-Kurs um 5,9 Prozent auf 112,81 Dollar. Das Papier hatte bereits zuvor im regulären Handel um knapp sieben Dollar zugelegt.