Huawei Cloud Congress 2015

Huawei baut Cloud-Portfolio aus

Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
Den hauseigenen Huawei Cloud Congress 2015 in Shanghai nutzte der Konzern nicht nur, um seine künftige strategische Ausrichtung zu kommunizieren. Gleichzeitig stellte er etliche neue Cloud-Produkte vor.

Eines der zentralen Themen des Huawei Cloud Congress 2015 (HCC 2015) in Shanghai war - wie berichtet - die Transformation des Konzerns vom klassischen IT-Anbieter zum ICT Solution Provider. Zwar verdient der Konzern das Gros seines Umsatzes noch mit Netzausrüstung und Consumerprodukten wie Tablets und Smartphones, doch bis 2019 soll die Enterprise-Sparte 10 Milliarden US Dollar zum Konzernergebnis beitragen. Um dieses Ziel zu erreichen, legen sich die Chinesen mächtig ins Zeug.

Cloud-Portfolio: Der Konzern stellte auf dem HCC 2015 unter anderem Fusionsphere 6.0 vor.
Cloud-Portfolio: Der Konzern stellte auf dem HCC 2015 unter anderem Fusionsphere 6.0 vor.

So sind sie nach eigenen Angaben im weltweiten Servermarkt bereits die Nummer Vier und bei 8-Socket-Servern schon Weltmarktführer. So trat das Management auf dem HCC 2015 selbstbewusst auf und beanspruchte für sich, "we are not a box mover, but we are a value added partner". Entsprechend verwehrte man sich auch gegen das Image, nur als billige China-Produzenten auf dem Weltmarkt mitmischen zu können.

So habe man sich seine Stellung im Servermarkt etwa dadurch erkämpft, dass die eigenen Produkte rund 15 Prozent weniger fehleranfällig seien als der Industriedurchschnitt. Ebenso punkte das Unternehmen bei den Kunden mit Innovationen wie den ersten hyper converged systems. Ferner sei der Konzern führend bei der Entwicklung künftiger Rechnergenerationen, die auf flexiblen Chips, also customized CPUs bestehen. Diese CPUs wird man aber im Gegensatz zu anderen Server-Chips nicht selbst entwickeln, sondern mit einem Partner.

Storage-Partnerschaft mit Micron

Auf eine Partnerschaft mit Micron setzt Huawei beim Thema Storage. Mit Hilfe von Micron will der Konzern Storage-Systeme anbieten, bei denen bei gleicher Kapazität keine Preisunterschiede mehr zwischen klassischer Festplatten-Ausstattung und SSD-Ausrüstung bestehen. Gleichzeitig verspricht der Hersteller für seinen SSD-Storage eine 50 Prozent höhere Zuverlässigkeit als bei Konkurrenzsystemen. Nach eigenen Aussagen erreicht Huawei dies dadurch, dass die SSD-Controller selbst entwickelt werden und so etwa bessere Algorithmen zum Lesen und Schreiben der SSD-Chips zum Einsatz kämen.

Während Huawei beim Thema Cloud international mit der Telekom-Partnerschaft im Rahmen des Projekts Digital Silk Road erst als IaaS-Ausrüster in Erscheinung tritt, deckt das Unternehmen auf dem Heimatmarkt auch die Themen PaaS und SaaS bereits ab. Hierfür hat der Konzern auf dem HCC 2015 Fusionsphere 6.0 vorgestellt.

Fusionsphere ist eine Enterprise-Class-Cloud-Betriebssystem, das Anwender bei der Bereitstellung virtueller Server, Private Clouds, Public Clouds, Hybrid Clouds, Desktop Clouds und NFVI helfen soll, so dass wichtige Dienste in der Cloud realisiert und eine kontinuierliche Produkt-Innovation gewährleistet werden können. Joy Huang, Vice President von Huaweis IT Product Line, erklärt das Ziel so: "Fusionsphere wurde entwickelt, um Unternehmen dabei zu helfen, die Herausforderungen zu überwinden, die in den unterschiedlichen IT-Transformationsstufen auftreten, so dass sie ihr Enterprise-Geschäft und ihre Workflows Agile und effizient gestalten können."

Offen für Partner dank Openstack-Architektur

Dazu setzt Huawei in den Fusionsphere 6.0-Komponenten sowie der Architektur und dem dazugehörenden Ökosystem das Open-Source-Konzept um, damit die mehr Auswahl bei der Software haben. So erfülle Huawei Fusionsphere 6.0 die nativen Openstack-Standards und unterstützte die Openstack-APIs. Anwendungen von Drittanbietern, die auf Basis des nativen Openstack entwickelt wurden, könnten so auf Huawei Fusionsphere 6.0 ohne Änderungen ausgeführt werden.

Durch die Openstack-Architektur sei Fusionsphere 6.0 in der Lage, vorhandene Ressourcen zu integrieren und bestehende Unternehmensressourcen wie physische Server und Hypervisor von Drittanbietern zentral zu verwalten. Auf diese Weise seien diese Ressourcen gemeinsam in einem konvergenten Ressourcenpool nutzbar und automatisch on demand allokierbar. Des Weiteren stellt Fusionsphere auch Infrastructure as a Service (IaaS) bereit und erlaubt es Applikationen der oberen Layer-Schichten mit Hilfe eines einheitlichen Servcie-Katalogs und APIs zu nutzen.

Darüber hinaus wartet Fusionsphere mit End-to-End-Disaster Recovery- und Backup-Lösungen auf, die eine Host-Replikation, Speicherreplikation und VIS-Active-Disaster-Recovery ermöglichen, um so den Bau sicherer Clouds zu unterstützen. Darüber hinaus sei die SDN-Lösung aus Software und Hardware dazu geeignet, Service-orientierte Netze aufzubauen, die automatisch virtuelle und physische Netzwerke verwalten. (mb)