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HPs Dual-Core-PA-RISC in den Startlöchern

04.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Derzeit kursieren Gerüchte, Hewlett-Packard (HP) werde in Kürze seinen ersten Dual-Core-Prozessor "PA-RISC8800" (Codename "Mako") für seine Unix-Server auf den Markt bringen. Dieser dürfte Anwendern mit dem aktuellen "8700+" einen deutlichen Leistungsschub versprechen. Außerdem werkele HP an einer Uniprozessor-"Proliant"-Maschine auf Basis des neuen "Prescott"-Pentium-4 von Intel und werde am 9. Februar noch zahlreiche weitere Server-Ankündigungen machen, berichtet "Computerwire".

Nachdem sich HPs Marketing zuletzt vor allem auf die Standardisierung seiner Server-Plattformen auf die IA-32- und Itanium-Architekturen von Partner Intel fokussierte, könnten mit dem PA-8800 Unix-Systeme wieder stärker in den Vordergrund rücken. Der Mako enthält zwei PA-8700-Cores, deren integrierten Level-1-Cache sowie einen integrierten L2-Controller auf einem Chip; dazu kommen noch L2-SRAMs, die in ein gemeinsames Modul verpackt sind. Jeder der beiden Cores verfügt über je 750 KB Daten- und Befehls-Cache, macht zusammen 1,5 MB L1-Cache pro Kern und insgesamt 3 MB je Prozessor.

Die 32 MB Level-2-Cache liefert Ramtron International zu, bestehend aus vier SRAM-Chips mit 10 GB/s Durchsatz. Wie beim "Power4" von IBM findet sich auch auf dem PA-8800 eine On-Chip-Bus-Schnittstelle. Diese ist 128 Bit breit und 400 Megahertz (double-pumped 200 MHz) schnell und kommt auf eine Bandbreite von 6,4 GB/s. Mit 300 Millionen Transistoren wird der Mako der größte Chip, den bislang ein Hersteller herausgebracht hat. Foundry für den Prozessor ist dem Vernehmen nach IBM Microelectronics.

Im vergangenen Jahr hatten Insider erklärt, man werde den PA-8800 in aktuelle Midrange- und Highend-Maschinen einsetzen können, die derzeit mit dem "PA-8600" oder "8700" bestückt sind. Konkret erwähnt wurden unter anderem der "rp7410" (Acht Wege), "rp8400" (16 Wege) sowie der 64-Wege-"Superdome". Mit Verdoppelung der Core-Zahl und Steigerung der Taktrate von zuletzt höchstens 875 Megahertz auf 1 Gigahertz dürfte dies eine Verdoppelung der Leistung bringen, vorausgesetzt Speicher- und I/O-Subsysteme können mithalten.

An der Enterprise-Front könnte HP zudem die "Hondo"-Module mit zwei Itanium-2-Prozessoren bringen, die der Hersteller zusammen mit dem "Pinnacles"-Chipsatz der aktuellen "Integrity"-Midrange- und Unternehmens-Server angekündigt hatte, die entweder PA-RISC- oder Itanium-CPUs unterstützen. Auf dem letzten Intel Spring Developer Forum hatte HP erklärt, es habe ein Packaging ("mx2") entwickelt, mithilfe dessen man zwei "Madison"-Prozessoren in einem Madison-Steckplatz unterbringen könne. Ein spezielles Chipset und 32 MB L4-Cache lassen zwei effektiv per Shared SMP (Symmetrical Multiprocessing) gekoppelte CPUs gegenüber dem System dabei wie eine aussehen. (tc)