Kommentar

Hitachi erweitert mit Pentaho seine Open-Source-Expertise

Stefan Müller kommentiert als Experte Themen und Trends zu Big Data, Business Intelligence und Analytics. Ursprünglich aus den Bereichen Governance & Controlling und Sourcing Management kommend, leitet er seit 2009 das Business Intelligence-Segment beim Business Open Source-Spezialisten it-novum. Stefan Müller interessiert sich besonders für die Möglichkeiten, die Open Source-Lösungen wie Pentaho und Hadoop bieten, und ist ein gefragter Autor und Referent auf Fachveranstaltungen und Workshops.

Hitachi Data Systems (HDS) wird den BI-Anbieter Pentaho kaufen. Was bedeutet dieser Kauf für Kunden und Partner der beiden Hersteller?
Hitachi kauft Pentaho. Für beide Unternehmen eine Chance sich auf künftig gefragte IT-Infrastrukturen vorzubereiten.
Hitachi kauft Pentaho. Für beide Unternehmen eine Chance sich auf künftig gefragte IT-Infrastrukturen vorzubereiten.
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Hitachi Data Systems (HDS) vertreibt Enterprise Storage Lösungen in mehr als 100 Ländern und beschäftigt 6.000 Mitarbeiter weltweit. Pentaho ist der führende Anbieter Open Source-basierter Software für Business Analytics und Big Data-Lösungen.

Hitachi verspricht sich vom Kauf von Pentaho die Ausweitung des Geschäfts im Big Data-Umfeld. Genauer gesagt will das Unternehmen seine so genannte "Social Innovations Initiative" verstärken, mit welcher Big Data- und Internet for Things-Lösungen für zukünftige Anforderungen entwickelt werden sollen. Die Verarbeitung von Maschinendaten ist ein äußerst lukrativer Markt und Pentaho bietet für entsprechende Lösungsszenarien zweifellos eine ausgezeichnete technologische Plattform. Mit der Akquise erweitert Hitachi sein Engagement im Open Source-Umfeld, das den Japanern nicht unbekannt ist: sie haben sich bereits bei OpenStack und im Server-Virtualisierungsframework-Bereich engagiert.

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Was bedeutet der Kauf nun für Anwender und Kunden von Pentaho? Laut Pedro Alves, der bei Pentaho für die Open Source Community zuständig ist, gibt es keine Pläne, dass Pentaho unter Hitachi dem Open Source-Gedanken abschwört. Man darf auch berechtigte Zweifel daran hegen, dass es der Strategie von Hitachi zuträglich ist. Denn der Open Source-Ansatz hat Pentaho groß gemacht. Die BI-Suite wuchs von der anfänglichen ETL-Komponente Kettle über Pentaho Reports und dem Analyzer-Modul bis zu Profi-Dashboards (durch die jüngste Pentaho-Akquise Ctools). Die offene Architektur von Pentaho und die Unterstützung durch die Community sind wichtige Argumente für Kunden und ich bin davon überzeugt, dass auch Hitachi das weiß und schätzt. Ich rechne daher fest damit, dass Hitachi Pentaho weiterhin als eigenständiges Produkt vertreiben wird, und zwar in einer Enterprise- wie Community-Version.

Wie geht es jetzt weiter? Der eigentliche Kauf ist für Mitte des Jahres angekündigt. Beide Unternehmen unterhalten bereits eine OEM-Partnerschaft. Pentaho soll als eigenständiges Unternehmen mit dem bestehenden Team weiter operieren. Über den Kaufpreis wird aktuell noch Stillschweigen bewahrt, es wird nur von der bisher größten Big Data-Akquisition gesprochen. Zum Vergleich hier einige Daten von Käufen aus der jüngeren Zeit:

Salesforce akquirierte RelateIQ für 390 Mio Dollar.
Opentext kauft Actuate für 330 Mio Dollar.Jaspersoft wanderte zu Tibco für 185 Mio Dollar.

Für Pentaho ist der Kauf eine große Chance. Das Unternehmen erhält dadurch ein massives Funding, das in den Ausbau der Entwicklung und des Supports fließen kann. (bw)