Handy-TV droht Funkstille

20.06.2008
Für das Handy-Fernsehen via DVB-H sieht es derzeit sehr schlecht aus. Die schleppende Frequenzvergabe seitens der Behörden, der technische Fortschritt bei anderen Standards und ein unklares Geschäfts- und Vertriebsmodell des Betreibers Mobile 3.0 könnten das Ende von DVB-H bedeuten, noch bevor es richtig in Betrieb ging.

Handyfernsehen via DVB-H kommt nicht aus den Startlöchern. Ursprünglich sollte der Sendebetrieb zur Fu0ball-EM 2008 deutschlandweit beginnen. Doch bislang ist das "Mäusekino", wie Spötter es nennen, nur in vier Großstädten zu empfangen, und dort auch nur im Testbetrieb. Getestet wird es aber in Deutschland schon seit über zwei Jahren. Der neue Plan sieht den Start zum Frühjahr 2009 vor. Allerdings ist selbst dieser Termin gefährdet, wie die Financial Times Deutschland (FTD) jetzt berichtet. Sogar die Einstellung des Projektes sei möglich.

Grund für die Verzögerungen sei die schleppende Frequenzvergabe in einzelnen Bundesländern. Obwohl sich die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten mit dem Betreiberkonsortium Mobile 3.0 auf einen Sendestart im Juni 2008 geeinigt haben, konnten die Länder Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Vergabe noch immer nicht abschließen und Sendefrequenzen für DVB-H freigeben. Doch erst nachdem alle Bundesländer Frequenzen freigegeben haben, kann mit dem Aufbau des Sendenetzes begonnen werden.

Inhalt dieses Artikels