CW-Kommentar

Gute IT-Gehälter sind ein Muss!

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Wieder einmal haben sich COMPUTERWOCHE und Personalmarkt angesehen, was Spitzenkräfte in der IT verdienen. Bilanz: Die Steigerungen sind eher moderat.

Auf der CeBIT konnten wir die Klagen wieder hören: Es gibt zu wenige IT-Fachkräfte - vor allem solche, die man gerade gut gebrauchen könnte. Wenn die Lage wirklich so verzweifelt wäre, müssten doch eigentlich die Gesetze des Marktes durchschlagen. Knappe Ressourcen führen zu steigenden Preisen. Die Gehälter in der IT müssten so stark ansteigen wie - sagen wir - die Wohnungspreise in München.

Das ist aber nicht der Fall. IT-Manager bekamen 2013 um 2,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor, Fachkräfte lagen noch darunter. Sicher, IT-Profis verdienen ordentlich, doch es ist keineswegs so, als würden die Bäume in den Himmel wachsen. Zudem geht die Schere je nach Hierarchielevel und Qualifikation weit auf.

Heinrich Vaske, Chefredakteur COMPUTERWOCHE
Heinrich Vaske, Chefredakteur COMPUTERWOCHE

Wir sollten den IT-Cracks ihre guten Gehälter gönnen. Bemühen wir eine Parallele zum Profifußball: Dass die Kicker die Hand aufhalten, leuchtet jedem ein - auch wenn die Grenzen des guten Geschmacks immer wieder überschritten werden. Die Profis haben im günstigsten Fall zehn oder 15 gute Jahre, in denen sie auf der Höhe ihres Schaffens sind. Danach fordern die Gesetze der Biologie ihren Tribut.

Bei den IT-Profis ist es nicht die Biologie, sondern die kurze Halbwertszeit ihres Wissens, die als Damoklesschwert über ihrer Karriere hängt. Heute gefragtes Know-how kann morgen schon veraltet sein. Hinzu kommen rasante Marktwandlungen, von denen niemand weiß, wie sie den IT-Arbeitsmarkt verändern werden. Das ist ein Risiko, das nicht einmal Fußballprofis fürchten müssen.