Großdemo in Bochum: 20.000 protestieren gegen Werksschließung

22.01.2008
In einer Großdemonstation haben in Bochum rund 20.000 Menschen gegen die Werksschließung des Nokia-Standortes protestiert. Gewerkschaften kündigten an, alle Möglichkeiten nutzen zu wollen, um die Verlagerung nach Osteuropa zu verhindern. Die Führungsspitze des finnischen Herstellers zeigte sich davon wenig beeindruckt - sie bekräftigte ihre Schließungspläne.

Die Schließung des Bochumer Nokia-Werks zieht weite Kreise. In einer Großdemonstration versammelten sich Tausende Menschen, um gegen die Entscheidung des finnischen Herstellers zu protestieren, im Sommer 2008 die Handy-Produktion in Bochum einzustellen und nach Osteuropa zu verlagern. Den betroffenen Mitarbeitern des Nokia-Werks haben sich aus Solidarität zahlreiche Angestellte weiterer Betriebe angeschlossen, die Organisatoren hatten im Vorfeld mit 20.000 Teilnehmern gerechnet. Von der Schließung sind neben den 2.300 Angestellten von Nokia weitere 1.700 Leiharbeiter im Werk und eine unbekannte Zahl von Beschäftigten bei Zulieferern betroffen.

Die Gewerkschaften geben den Kampf um die Schließung des Bochumer Werks nicht verloren. "Das gibt eine knüppelharte Auseinandersetzung", erklärte IG-Metall-Chef Berthold Huber dem Bayrischen Rundfunk. Der Nokia-Führung in Finnland habe man klargemacht, "alle Möglichkeiten für den Erhalt des Standortes [...] ausschöpfen zu wollen", heißt es. In einem Gespräch zwischen Nokia und dem Betriebsrat des Bochumer Werks gab es gestern keine Einigung. Das Unternehmen habe die Schließungspläne bekräftigt, teilte die IG Metall mit. "Wir sehen das Gespräch als Auftakt zu einer Reihe weiterer Gespräche", sagte IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm. Auch von der Politik erwarte sie jetzt Einflussnahme.

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