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Soziales Netzwerk

Google+ jetzt offen für alle ab 18

21.09.2011
Das Testen ist vorbei - ab sofort darf sich (fast) jeder beim Online-Netzwerk Google+ registrieren.

Anbieter Google hofft, sich mit Funktionen wie einer ausgefeilten Funktion für Videotelefonate von Facebook abzusetzen. Der Abstand zum Rivalen ist aber noch ziemlich groß.

Google+ öffnet die Pforten: Ab jetzt kann sich jeder, der wenigstens 18 Jahre alt ist, beim neuen Facebook-Rivalen registrieren (allerdings ist Google+ noch immer nicht für Google-Apps-Konten verfügbar, denen weiterhin die notwendige Profilfunktion abgeht). Ende Juni hatte Google sein Online-Netzwerk zunächst für eine begrenzte Nutzerzahl gestartet. Während des Feldversuchs habe man viel Feedback erhalten und so einige Verbesserungen umsetzen können, schrieb Google-Manager Vic Gundotra am Dienstag im Firmenblog. Zum offiziellen Start rüstet Google den Videochat Hangouts massiv auf und führt eine Suche auch über die eingestellten Inhalte ein.

Google+ Hangouts - jetzt auch mobil via Android-Smartphone (und bald auch mit iOS)
Google+ Hangouts - jetzt auch mobil via Android-Smartphone (und bald auch mit iOS)
Foto: Google

Über Hangouts können sich Mitglieder zu Videotelefonaten treffen - zu zweit oder auch in einer Gruppe. Bislang musste man dafür an einem stationären Rechner eingeloggt sein, nun bringt Google diese Funktion auf Mobiltelefone mit Android-Betriebssystem. Auch auf Apple-Geräten mit iOS - also iPhone und iPad - sei das bald möglich, so Gundotra, der bei Google für Soziale Netzwerke verantwortlich ist.

Zudem soll Hangouts künftig die Zusammenarbeit mehrerer Nutzer erleichtern. Google testet derzeit etwa die Möglichkeit, über die Funktion Fotos zu zeigen, gemeinsam Programmcode zu schreiben oder in der Google-eigenen Bürosoftware einen Text zu verfassen. Bereits jetzt ist es möglich, sich mit mehreren Nutzern zusammen YouTube-Videos anzusehen.

Eine weitere Neuerung soll die Funktion für Live-Übertragungen ins Netz aufrüsten: Mit Hangouts on Air könne man Videos öffentlich übertragen, erklärte Gundotra. Diese Möglichkeit stehe allerdings zunächst nur einer begrenzten Zahl von Nutzer zur Verfügung. Um weitere Innovationen zu fördern, hat Google mehrere Schnittstellen (APIs) von Hangouts veröffentlicht. Entwickler können damit eigene Programme schreiben, die auf die Funktion zugreifen.

Hangouts spielt nach Ansicht von Gundotra eine zentrale Rolle für Google+. Es gebe verschiedene Arten, sich mit anderen auszutauschen - die Kommunikation von Angesicht von Angesicht sei aber am originalgetreuesten. "Wir bieten das mit Hangouts kostenlos im Browser an", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Mit Google+ versucht der Internetkonzern, im boomenden Segment der Sozialen Netzwerke gegenüber Facebook an Boden zu gewinnen. Allerdings ist Google noch längst nicht auf Augenhöhe: Der Rivale hat mehr als 700 Millionen aktive Nutzer. Bei Google+ waren es im Juli 10 Millionen. Aktuellere Zahlen gibt das Unternehmen nicht bekannt. Um jetzt zügig Nutzer zu gewinnen, setze Google darauf, dass Nutzer "interessante Inhalte, interessante Menschen und großartige Funktionen wie Hangouts" finden, sagte Gundotra der dpa. (dpa/tc)