Enterprise Mobility Management

Good Technology will an die Börse

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Mit Good Technology schmiedet nun einer der letzten unabhängigen großen Spezialisten für Enterprise Mobility Management (EMM) Börsenpläne. Die Company beabsichtigt, an der Technologiebörse Nasdaq 100 Millionen Dollar einzusammeln.
Good Technology
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Foto: Good Technology

Es ist kein Geheimnis, dass der Markt für Mobile Device Management - oder in Anbetracht der verschiedenen Spielarten davon (MAM, MIM, MCM...) besser Enterprise Mobility Management (EMM) - zunehmend reift: Mit Zenprise (Citrix), Fiberlink (IBM) und AirWatch (VMware) sind in jüngster Zeit bereits drei wichtige Anbieter von größeren IT-Firmen übernommen wurden. Die verbleibenden unabhängigen Player der ersten Reihe suchen nach einem Käufer oder wollen - wie nun die Venture-Capital-finanzierte Firma Good Technology - an die Börse gehen. Wie die Company aus Sunnyvale, Kalifornien, erklärte, will sie sich durch den Verkauf von Aktien (mindestens) 100 Millionen Dollar beschaffen, das Geld soll dabei als Betriebskapital und für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden.

Mit dem bei der Nasdaq eingereichten Börsenprospekt bekommt man nun deutlich mehr Einblicke in die Geschäfte des EMM-Spezialisten. So steigerte Good im vergangenen Jahr die Einnahmen um 38 Prozent auf rund 160 Millionen Dollar. Parallel dazu kletterte allerdings auch der Nettoverlust von 90 Millionen in 2012 auf 118 Millionen Dollar. Gleichzeitig erfährt man aus dem Börsenprospekt der von Christy Wyatt geführten Company auch mehr über die finanziellen Details der im Frühjahr erfolgten Boxtone-Übernahme - der Kauf des auf Mobile Service Management spezialisierten Anbieters wird mit 77 Millionen Dollar in Aktien bewertet.

Good hat nach eigenen Angaben zwischen April 2013 und März 2014 eine weitere Finanzierungsrunde über 66 Millionen Dollar abgeschlossen. Gemessen an den Beteiligungen der Investoren wird die Company dabei mit rund 800 Millionen Dollar bewertet - es ist denkbar, dass Good mit dem IPO einen Gesamtwert von rund einer Milliarde Dollar anstrebt. Zum Vergleich: VMware zahlte für den Good-Rivalen Airwatch insgesamt rund 1,54 Milliarden Dollar.

Auch MobileIron will an die Börse

Interessant sind auch die Informationen, wenn man sie mit den Zahlen vom Wettbewerber MobileIron vergleicht. Das Unternehmen aus MountainView, Kalifornien, hatte bereits am 7. April einen IPO-Prospekt vorgelegt und will ähnlich wie Good 100 Millionen Dollar Kapital an der Nasdaq einsammeln. Das Geld soll laut Filing dazu dienen, sich gegenüber den größeren Wettbewerbern im Markt wie VMware, Citrix, IBM und SAP behaupten und auf den Aufbau einer EMM-Plattform konzentrieren zu können. Außerdem beabsichtigt MobileIron, das Softwareportfolio durch die Entwicklung und den Kauf von komplimentären Produkten zu erweitern.

Verglichen mit dem Wettbewerber steht MobileIron dabei etwas besser als Good da: So wuchs der Umsatz in den Jahren 2011, 2012 und 2013 sequenziell von 13,9 auf 40,9 und schließlich 105,6 Millionen Dollar. Parallel dazu kletterte der Nettoverlust von 2011 auf 2012 von 25,7 auf 46,5 Millionen Dollar und ging dann im vergangenen Jahr auf 32,5 Millionen Dollar zurück.