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Frauenfeindliche Hightech-Anzeigen werden "prämiert"

07.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sylvia Paull, Chefin von Gracenet, hat frauenfeindlichen Werbe-Inhalten von High-Tech-Unternehmen den Kampf angesagt. Jeden Monat verleiht die Gruppe, in der Frauen aus der DV-Branche vernetzt sind, den "Disgrace-Award" für geschmacklose und frauenfeindliche Werbung. "In vielen Anzeigen werden Frauen als Sex-Objekte dargestellt. Die Präsentation hat dabei überhaupt nichts mit den Produkten zu tun, die beworben werden sollen", erklärt Paull.

Im Visier hat Gracenet beispielsweise eine Anzeige von IBM. Sie zeigt einen Jungmanager mit Laptop auf dem Flughafen, der sich per Software in Sachen Cash-flow-Techniken schlau macht. Eine junge Frau dagegen ist mit einem Kreuzworträtsel beschäftigt. Auch sie hat dazu gelernt: nämlich dass der "Knopf am Bauch" auch "Nabel" heißt. Laut Paull erhält IBM den Preis, weil in der Anzeige ausgesagt werde, dass Männer von IBMs E-Learning-Software profitieren, während es für Frauen ausreicht, wenn sie Synonyme für Körperteile lernen. Die Anzeigen vermittelten zudem den Eindruck, in der High-Tech-Branche seien fast ausschließlich Männer beschäftigt, doch das stimme nicht. "Und viele Frauen fühlen sich von dieser Art Werbung belästigt".