Multitasking

Frauen fühlen sich in der digitalen Arbeitswelt wohl

Susanne Köppler ist freie Autorin in München.
Jedes Jahr befragt Accenture weltweit rund 3600 berufstätige Männer und Frauen in 30 Ländern zu Karriere- und Aufstiegschancen. Wie die Digitalisierung die Arbeitswelt verändert, stand dieses Mal im Mittelpunkt.

Die Befragten klagten, dass E-Mails, Telefon, unvorhergesehene Besprechungen oder Nachrichten aus den sozialen Netzwerken ihre Konzentration beeinträchtigen. Die Informationsflut ließe sich oft nur mit Multitasking handhaben. Und damit kommen Frauen besser klar als Männer.

E-Mails checken und Telefonanrufe beantworten gleichzeitig fällt Frauen weniger schwer als ihren männlichen Kollegen.
E-Mails checken und Telefonanrufe beantworten gleichzeitig fällt Frauen weniger schwer als ihren männlichen Kollegen.
Foto: Creativa Images - shutterstock.com

In Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigten sich die befragten Frauen selbstbewusst. Zielstrebig fordern sie Gehaltserhöhungen oder bessere Karriereperspektiven, die Kluft zwischen den Geschlechtern wird kleiner. Weltweit gehen mehr als 70 Prozent der befragten Frauen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 die Zahl der weiblichen Chief Technology Officers (CTO) ansteigen wird. Im deutschsprachigen Raum äußerten sich die Befragten kritischer. Auch Frauenförderung ist in vielen Unternehmen kein Fremdwort mehr. Immerhin mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass ihre Arbeitgeber mehr Frauen auf Führungsaufgaben vorbereiten.

Die Erwartungen an den Job und die eigene Karriere sind hoch, Enttäuschungen deshalb keine Seltenheit, denn nicht immer gelingt der Aufstieg reibungslos. Auch das zeigt die Studie: Die Unzufriedenheit im Job steigt. Die Hälfte der befragten Männer und Frauen gehen weniger motiviert zur Arbeit als noch im Vorjahr. Als wichtigsten Grund nennen sie fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Vielleicht können sich deshalb 51 Prozent vorstellen, für die Erziehung der Kinder eine Auszeit zu nehmen. Vergangenes Jahr waren es nur 37 Prozent.

Die komplette Studie von Accenture findet sich hier.