Flughafen Frankfurt

Fraport macht Datenbank zum Collaboration-Tool

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
1400 Flüge am Tag, 53 Millionen Passagiere im Jahr und nur ein System, das weiter wächst: Der Frankfurter Flughafen rüstet seine Datenbank "Info plus" für den Ausbau zur "Frankfurt Airport City".
Langjährige Partner: Fraport-CIO Roland Krieg (r.) und T-Systems Geschäftsführer Dietmar Wendt im Gespräch mit CIO-Redakteurin Riem Sarsam.
Langjährige Partner: Fraport-CIO Roland Krieg (r.) und T-Systems Geschäftsführer Dietmar Wendt im Gespräch mit CIO-Redakteurin Riem Sarsam.
Foto: Joachim Wendler

Roland Krieg, CIO der Fraport AG, muss sicherstellen, dass seine IT zu 100 Prozent funktioniert. Sein Unternehmen ist verantwortlich für den Betrieb des drittgrößten Luftverkehrsdrehkreuzes Europas: Auf dem Flughafen Frankfurt werden täglich 1400 Flüge abgewickelt. Mehr als 53 Millionen Passagiere und rund 500.000 Flugbewegungen jährlich bedeuten aber auch eine enorme Menge an Daten, die in Echtzeit verarbeitet werden müssen.

Für jeden Flug tauschen verschiedene Systeme zwischen 1000 und 1500 Datensätze aus. Auf Verspätungen müssen die Beteiligten umgehend reagieren, Passagiere benötigen Anschlussflüge, und Koffer dürfen nicht verloren gehen.

Schon seit Jahren arbeitet Fraport unter anderem gemeinsam mit T-Systems daran, dass die Abläufe reibungslos funktionieren. "Gleich in meinem ersten Jahr als CIO haben wir die Partnerschaft verstärkt und auf ein neues Gleis gesetzt", berichtet Krieg.

1997 gewann T-Systems die Ausschreibung für das zentrale System der Flughafendatenbank, AODB (Airport Operational Database) oder auch einfach "Info plus" genannt. "Zusammen haben wir das Kernsystem unseres Flughafens weiterentwickelt. Seit 2005 betreiben wir es in einem gemeinsamen Rechenzentrum zusammen mit rund 450 anderen Anwendungen", sagt Krieg. Das Tool ist die wichtigste Informationsdrehscheibe des Flughafens. Es vernetzt alle operativen Geschäftsprozesse.

Unabdingbar für den Flughafen ist, dass das System im 24-Stunden-Betrieb performant und ohne Ausfälle funktioniert. Sehr belastbar und auch zukunftssicher muss es ebenfalls sein. Denn der Frankfurter Flughafen, der derzeit zur "Frankfurt Airport City" ausgebaut wird, setzt auf Wachstum. Auf die weitere Steigerung der Fluggastzahlen müssen die Systeme daher eingerichtet sein.

Der Frankfurter Flughafen.
Der Frankfurter Flughafen.
Foto: Fraport AG

"Es laufen ins Info plus Informationen herein und heraus. Sie werden von uns bearbeitet und nach einem Regelwerk verteilt", erklärt Dietmar Wendt, Geschäftsführer bei T-Systems International und verantwortlich für den Bereich Sales. Bisher wurden mehr als 60 Schnittstellen zu den verschiedenen Applikationen der einzelnen Partner am Flughafen erstellt. So gibt es etwa Verbindungen zu den Planungssystemen, den Display- und Handling-Systemen, zu SAP und zur Radarstation. Die Betreiber des Flughafens und die Airlines sind so aus einer zentralen Quelle ständig über den Status der Flüge, die Passagier-, Gepäck-, Fracht- und Mail-Daten informiert und können auf dieser Grundlage ihre eigenen Abläufe und Prozesse planen.