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Französische Nationalversammlung steigt auf Open Source um

24.11.2006
Ab der nächsten Legislaturperiode werden die Abgeordneten der französischen Nationalversammlung auf ihren Desktop-PCs Open-Source-Software vorfinden.

Trotz der Kosten für Migration und Schulungen soll die Nutzung freier Software deutliche Einsparungen bringen, heißt es in einer diesbezüglichen Mitteilung. Eine auf Geheiß des Versammlungspräsidenten Jean-Louis Debré durchgeführte Studie habe ergeben, dass alle Anforderungen der Abgeordneten inzwischen mit freier und quelloffener Software abgedeckt würden. Unter anderem werden Linux, OpenOffice.org, Firefox und ein Open-Source-E-Mail-Programm auf die PCs aufgespielt.

Zuvor hatten bereits mehrere Abgeordnete gefordert, einen möglichen Einsatz freier Software zu prüfen. Zu ihnen gehört Bernard Carayon, der in diesem Jahr im Auftrag des französischen Premierministers untersucht hatte, wie europäische Firmen stärker bei der Entwicklung weltweiter Industriestandards mitwirken könnten, um die Abhängigkeit von anderen Wirtschaftsregionen zu verringern.

Carayon kam in seinem Bericht „On Equal Terms“ riet Carayon der Regierung unter anderem dazu, öffentliche Dokumente im quelloffenen OpenDocument Format (ODF) zu speichern und auszutauschen. ODF ist das native Format von OpenOffice.org und StarOffice, wird aber auch von der IBM und anderen unterstützt.

Für die Umstellung der PCs hat die IT-Mannschaft der Nationalversammlung noch ein gutes halbes Jahr Zeit; die Wahlen für die nächste Legislaturperiode finden am 10. und 17. Juni kommenden Jahres statt. (tc)