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Fehlerhafte Signatur-Datei von Trend-Micro bringt CPUs ins Schwitzen

26.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein fehlerhaftes Signatur-Update für bestimmte Antivirenlösungen könnte unangenehme Folgen für Trend Micro nach sich ziehen. Der Sicherheitsspezialist stellte seinen Kunden am vergangenen Freitag das Official Pattern Release (OPR) 259.400 zur Verfügung, das jedoch bei bestimmten Systemen zu einer bis zu 100-prozentigen Auslastung der CPU und infolgedessen zu Hängern oder Abstürzen führte. Schuld war eine "Verbesserung der Dekompressionsfähigkeit der Pattern-Datei durch die Unterstützung von drei neuen heuristischen Pattern" so der Hersteller in einer Erklärung.

Betroffen waren Rechner mit den Betriebssystemen Windows 2003 Service Pack 1 oder Windows XP Service Pack 2 und den Produkten "Officescan", "PC-cillin", "Serverprotect for NT", "Client/Server Suite 2.0 for SMB" oder "Client/Server/Messaging Suite 2.0 for SMB". Obwohl der Hersteller den Fehler innerhalb von 90 Minuten korrigierte und neue Muster bereitstellte, hatte es bereits einige Anwender erwischt. Am schlimmsten war die Situation in Japan, doch auch in Europa gab es Unternehmen, in denen sich das IT-Personal über das Wochenende mit den Folgen herumschlagen musste. Insgesamt wurde das fehlerhafte Update dem Hersteller zufolge 350.000 mal herunter geladen. Anwender sollten umgehend ihre Systeme überprüfen und ihre Antivirensignaturen schnellstmöglich aktualisieren.

In einer Mail an die Kunden entschuldigte sich Eva Chen, CEO von Trend Micro, für die Panne. Die Aktienmärkte reagierte empfindlich auf die Meldung: Der Kurs der Aktie des Unternehmens sank an der New Yorker Börse nach Bekanntwerden der Nachricht um 3,3 Prozent. Grund dafür waren Befürchtungen, dass dem Hersteller Schadenersatzforderungen drohen. Der erklärte hierzu: "Wir untersuchen derzeit, welche Auswirkungen das Problem auf das Ergebnis für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Ende: Dezmeber 2005) und unsere Prognosen haben wird". (ave)