FBI warnt: Cyber-Kriminelle organisieren sich wie die Mafia

07.08.2006
Beim Geld hört bekanntlich der Spaß auf: 100 Dollar für Kreditkarten-Informationen. Gestaffelte Rabatte möglich, Abwicklung per Mail.
Sieht so das organisierte Online-Verbrechen aus?
Sieht so das organisierte Online-Verbrechen aus?

Der Trend zur Professionalisierung der Cybercrime-Szene ist seit Jahren zu beobachten. Tenor in der Öffentlichkeit: Während die Bedrohung durch so genannte Script Kiddies, Hacker und Cracker zurückgeht, steigt die Gefahr, ein Opfer von organisierten Online-Banden zu werden. Die finanzielle Bereicherung ist Trumpf, der Nervenkitzel eines elektronischen Einbruchs hingegen hat als Tatmotiv seine Boom-Phase hinter sich. Inzwischen hätten die unlauteren Gruppen Mafia-ähnliche Organisationsstrukturen angenommen, berichtete FBI-Spezialagent Thomas X. Grasso jr. auf der Defcon-"Sicherheitskonferenz".

Ein zentrales Geschäftsfeld im organisierten Cybercrime ist der Missbrauch von Kreditkarten. Unverholen werben die Täter auf ihren Websites für den Verkauf von kopierten Datensätzen für rund 100 Dollar pro Stück. Die Folgen der Cyber-Kriminaltät sind gewaltig: Das FBI berechnete allein für das Jahr 2005 in den USA eine Schadenssumme von 67 Milliarden Dollar. Selbstverständlich handelt es sich um einen Wachstumsmarkt.

Grasso zufolge hat das FBI eine Website der osteuropäischen Gruppe "Carderplanet" abschalten lassen. Auf der Defcon-Konferenz zeigte der Spezialagent ein professionelles Werbevideo der Organisation, in dem die "Business Services" von Carderplanet angepriesen wurden. Beim Publikum kam der Clip wie eine ganz normale Werbung für IT-Dienstleistungen an. Allerdings ist die Bande im Gegensatz zu ihrer Website immer noch aktiv, weshalb die US-Bundespolizei inzwischen Kooperationen mit osteuropäischen Strafverfolgungsbehörden eingegangen ist, um gegebenenfalls vor Ort tätig werden zu können.

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