Verbesserte Zusammenarbeit mit Office 365

Exchange Server 2013 CU5/CU6 - Neuerungen und Installation

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Das Kumulative Update 5 für Exchange Server 2013 bietet zahlreiche Fehlerbehebungen und verbessert deutlich die Zusammenarbeit von Exchange Server 2013 mit Office 365. Das CU6 bietet zusätzliche Verbesserungen und behebt weitere Fehler.

Mit dem Kumulativen Update 5 für Exchange Server 2013 hat Microsoft die erste große Aktualisierung seit dem Exchange 2013 SP1 zur Verfügung gestellt. Das nachfolgende CU6 behebt einige weitere Fehler. Unternehmen, die auf Hybrid-Umgebungen setzen oder zu Office 365 migrieren, sollten das CU5 ansehen, testen und auf den produktiven Servern installieren.

Unternehmen sollten nach dem SP1 mindestens das CU5, besser das CU6 installieren, damit Hybridbereitstellungen und die Migration optimal gelingen. Im Folgenden gehen wir auf die Neuerungen ein, die Microsoft mit dem CU5 von Exchange Server 2013 integriert und mit CU6 weiter verbessert hat.

Neben zahlreichen Fehlerbehebungen gibt es Verbesserungen bei den Offlineadressbüchern und am Hybrid Configuration Wizard zur Anbindung an Office 365. Die Installation lohnt sich daher vor allem dann, wenn Sie zahlreiche mobile Benutzer im Einsatz haben und parallel noch auf Office 365 setzen. Die Verbesserungen des Hybrid Configuration Wizrad von CU5 hat Microsoft mit dem CU6 weiter verbessert und Fehler behoben. Mehr dazu lesen Sie nachfolgend und auch im Knowledge-Base-Artikel KB 2988229.

Schnellere und bessere Offline-Adressbücher

CU5 enthält Änderungen an der Funktionsweise, wie Offlineadressbücher (OAB) erzeugt werden. Diese Techniken hat Microsoft auch im CU6 übernommen und verbessert. Wie Exchange 2013 nach der Installation von CU5 zum Aufbau von OABs vorgeht, lesen Sie in Microsoft-Blogbeitrag zu diesem Thema.

Sobald Sie CU5/CU6 installiert haben, kann nur ein Postfach zur OAB-Erstellung eine Adressliste generieren. Ohne das CU5 können in Exchange 2013 auch mehrere Postfächer diese Aktion durchführen, was oft Probleme und Inkonsistenzen verursacht hat. Wenn Outlook-Clients sich mit einem anderen OAB-Generierungs-Postfach verbunden haben, war es notwendig noch einmal das gesamte OAB heruntergeladen. Das hat unnötig Datenverkehr und Serverlast verursacht, obwohl nur das Herunterladen der inkrementellen Änderungen sinnvoll wäre. Dieser Vorgang hat Exchange-Server unnötig belastet, die Datenleitung mit unnötigen Daten genutzt und die Outlook-Clients mussten auf die Anzeige der Daten lange warten.

Jedes OAB-Generierungs-Postfach hat immer eine Kopie des OAB mit einer eindeutigen GUID erstellt. Ändert sich diese GUID, zum Beispiel wenn ein Client mit einem anderen Postfach verbunden wird, startet Outlook automatisch einen neuen OAB-Download. Dies belastet enorm den Netzwerkverkehr, vor allem in größeren Umgebungen. Mit dem CU5/CU6 gehören diese Probleme der Vergangenheit an.

Verbesserungen im Hybrid Configuration Wizard

Microsoft führt regelmäßig Verbesserungen beim Hybrid Configuration Wizard in Exchange durch. Hybrid-Bereitstellungen sind immer beliebter und Microsoft veröffentlicht regelmäßig neue Features, um Migrationen zu Office 365 zu unterstützen. Exchange 2013 CU5 konsolidiert neue Features und integriert diese direkt in den Assistenten. Die Verbesserungen des CU5 hat Microsoft in CU6 übernommen und weitere Verbesserungen integriert.

Der Hybrid Configuration Wizard kann ab dem CU5 auch den MRS-Proxy des Exchange-Web-Services Virtual Directory konfiguriert und verwaltet auch die oAuth Konfiguration in diesem Bereich. Wenn Sie den Hybrid Configuration Wizard mit Exchange Server 2013 CU5/CU6 starten, sind diese neuen Optionen bereits integriert. Microsoft verbessert in diesem Bereich auch die Zusammenarbeit mit chinesisches Office 365-Abos, wenn ein Kunde von 21Vianet gehostet wird.

Der neu hinzugefügte Systemdienst Microsoft Exchange Shared Cache Service hat derzeit keine Auswirkungen auf die Exchange-Umgebung. Erst in neuen Versionen oder Updates soll dieser Dienst Aufgaben übernehmen. Wahrscheinlich findet dieser Dienst vor allem dann Einzug, wenn der Nachfolger von Exchange Server 2013 im Jahr 2015 erscheint. Der Dienst kann teilweise Probleme bereiten, da er das Ereignisprotokoll mit Meldungen füllt. Diese können wiederum die Überwachung von Exchange unnötig komplizieren. Sie haben daher auch die Möglichkeit diesen Dienst zu deaktivieren. Microsoft beschreibt diesen Vorgang in der Knowedge-Base im Artikel KB 2971467.

Mit dem CU6 verbessert Microsoft auch die Leistung von öffentlichen Ordnern. Davon profitieren vor allem Unternehmen, die zahlreiche öffentliche Ordner im Einsatz haben. Mit der neuen Version lassen sich über 100.000 öffentliche Ordner problemlos einsetzen. Wie viele Ordner Sie im Unternehmen einsetzen, sehen Sie in der Exchange-VerwaltungsShell mit dem Befehl:

Get-PublicFolder -Recurse -ResultSize Unlimited | Measure-Object

Außerdem wurde der E-Mail-Empfang öffentlicher Ordner verbessert. Das gilt auch für Sicherheitseinstellungen der öffentlichen Ordner für den Empfang von externen E-Mails. Wenn Sie von einer Vorversion zu Exchange Server 2013 CU6 aktualisiert haben, lassen sich öffentliche Ordner jetzt besser nutzen. Microsoft hat dazu die Synchronisierung und Anzeige der öffentlichen Ordner verbessert. Mehr zu diesem Thema lesen Sie im TechNet. Die Exchange-Entwickler gehen auf diese Neuerungen ebenfalls in ihrem Blog ein.