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EU startet Anhörung im Fall Microsoft am 12. November

13.10.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im Zusammenhang mit dem schwebenden Kartellverfahren gegen Microsoft will die EU-Kommission offenbar bereits am 12. November mit einer zwei- bis dreitägigen mündlichen Anhörung beginnen. Dabei werde Microsoft und den Kritikern des Konzerns Gelegenheit gegeben, die von der EU-Kommission im August 2000, August 2001 und August 2003 gemachten Anschuldigungen zu diskutieren, heißt es in Medienberichten, die sich auf EU-Kreise berufen. Zudem werde Microsoft die Möglichkeit haben, sich zu den von der Kommission vorgeschlagenen rechtlichen Schritten zu äußern.

Die EU-Behörde wirft dem Redmonder Softwareriesen vor, er nutze die dominierende Position seines PC-Betriebssystems Windows aus, um seine Marktposition in anderen Bereichen, etwa Lowend-Server oder Media-Player, zu Lasten des Wettbewerbs zu steigern. Als Gegenmaßnahmen soll Microsoft dazu verpflichtet werden, Wettbewerbern weiteren Quellcode offen zu legen und seine Windows-Vertriebsbedingungen zu ändern. Daneben droht der Gates-Company im schlimmsten Fall eine Geldstrafe in Höhe von zehn Prozent seines Jahresumsatzes, das sind über drei Milliarden Dollar. Dieses höchste Strafmaß wurde allerdings bisher nie gegen ein Unternehmen ausgesprochen.

Microsoft hat noch bis Freitag Zeit, eine schriftliche Stellungnahme zu den Anschuldigungen abzugeben. Wie Ende vergangener Woche bekannt wurde, blitzte der Redmonder Softwareriese im August bei der EU-Kommission mit seinem Antrag auf weitere zwei Monate Verlängerung ab. Statt dessen wurde dem Konzern lediglich zwei Wochen zusätzliche Bedenkzeit eingeräumt (Computerwoche online berichtete). (mb)