Netzwerk-Ratgeber

Empfehlenswerte Switches für kleine und mittelgroße Unternehmen

Klaus Hauptfleisch ist freier Journalist in München.
Netzwerk-Switches sind als Verteilerstationen für Datenpakete unverzichtbar. Einfache Geräte mit Gigabit-Ports gibt es schon für unter 20 Euro. Kleine und mittelgroße Unternehmen sollten aber auf einige Aspekte achten, die etwas höhere Ausgaben für einen Switch rechtfertigen.

Switches sind praktisch die Weiterentwicklung von Brigdes, die in der Regel nur zwei Ports haben. Außerdem sind Switches in der Lage, Pakete aufgrund der Empfängeradresse jeweils an den richtigen Port weiterzuleiten. Die Bandbreite der von den Herstellern für diese KMU-Marktübersicht zusammengestellten Geräte, viele davon mit mehr als 50 Ports, ist so groß wie die der Firmen selbst.

Ein kleiner Handwerksbetrieb benötigt in der Regel einen Netzwerk-Switch mit fünf Fast-Ethernet- oder Gigabit-Ethernet-Ports, besser ist einer mit acht oder zehn Ports. In größeren Unternehmen und in Branchen, die auf Wachstumskurs sind, sollten die Lösungen dagegen immer Luft nach oben lassen oder als stackable (stapelbar) sogar skalierbar sein.

Die meisten Switches oder Switch-Modellreihen, die Alcatel-Lucent Enterprise, Avaya, Brocade, Cisco, Dell, D-Link, Hewlett-Packard (HP), Juniper Networks, Netgear und ZyXEL ins Rennen geschickt haben, sind mit acht bis 48 Gigabit-Ethernet-RJ45-Ports erhältlich. Diese sind zum Teil auch als SFP-Ports für Glasfaserverbindungen nutzbar oder durch solche ergänzt. Und sie bieten zuweilen schon Uplink-Geschwindigkeiten von 10 Gigabit. Da die Geräte meist Teil einer Produktreihe von Modelle mit unterschiedlicher Port-Zahl sind, ist die Bilderstrecke nach Herstellern geordnet und nicht nach Features.

Bei Switches für große Unternehmen sind sogar 40 oder gar 100 Gigabit-Ethernet (kurz: GbE) immer stärker im Kommen. Was im SMB-Segment auch kaum eine Rolle spielt, ist SDN oder Sofware Defined Networking, obwohl zwei der in der Bildergalerie vorgestellten Geräte diese Funktion unterstützen.

Fast-Ethernet mit 100 Mbit ist dagegen immer mehr auf dem Rückzug und eigentlich nur bei kleinen Switches für Heimanwender zu finden, zumal die Preise oft schon im niedrigen zweistelligen Bereich anfangen. Die Host-Ports tragen oft die Bezeichnung 10/100/1000BASE-T. Die Geschwindigkeit wird dabei automatisch erkannt und angepasst, ebenso ob es sich um einen Port handelt, der via Power over Ethernet (PoE oder PoE+) IP-Telefone, Überwachungskameras oder andere Geräte mit Strom versorgen kann.

Die Backplane-Kapazität sollte mindestens so hoch sein wie der Durchsatz aller Ports zusammen. Bei einem Switch mit 24 GbE-Ports und zwei 10-GbE-Uplink-Anschlüssen wären das 2 x 24 + 2 x 20, sprich 88 Gigabit pro Sekunde (Gbps oder Gbit/s), hat der Kollege Elmar Török in einem TecChannel-Artikel 2011 vorgerechnet. Die Herstellerangaben zum Datendurchsatz (auch Switching-Kapazität genannt) und zur Weiterleitungsrate (Forwarding-Rate) beziehen sich meist auf die minimal mögliche Paketgröße von 64 Byte.

Ein Switch mit einem Gigabit-Ethernet-Port kann rund 1,6 Millionen Pakete pro Sekunde übertragen, doch je kleiner die Pakete, desto geringer der Aufwand, weshalb die Herstellerwerte nicht unbedingt etwas darüber aussagen, wie der Switch mit größeren Paketen zurechtkommt. Für einen hohen Datendurchsatz bei geringen Latenzzeiten hat sich die Cut-Through-Technologie bewährt, die längst im mittleren Preissegment angekommen ist. Nachteil ist allerdings, dass damit auch fehlerhafte Pakete weitergeleitet werden können, weil eine zyklische Redundanz- oder CRC-Prüfung erst nach Erhalt des kompletten Datenpakets möglich ist. Hochwertigere Switches bieten jedoch einen auch Error-Free-Cut-Through oder Adaptive Switching genannten Mechanismus.