Hybrid Cloud

EMC kauft Virtustream für 1,2 Milliarden Dollar

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EMC stemmt sich weiter gegen Ansinnen, seine "Föderation" zu zerschlagen, und kauft erstmal für 1,2 Milliarden den Cloud-Spezialisten Virtustream.

Virtustream befindet sich in Privatbesitz und betreibt unter anderem eigene Rechenzentren, in die Kunden Teile ihres Unternehmens-Computing hin auslagern können. Daneben hat Virtustream Rechenzentrums-Software im Angebot, die Anwender im eigenen Data Center einsetzen können, um damit speziell I/O-intensive Software von SAP zu verwalten. Der Walldorfer Konzern hatte laut "Wall Street Journal" in das 2009 gegründete Startup investiert und ist beim Wiederverkauf seiner Lösungen behilflich.

EMC-Chef Joseph 'Joe' Tucci
EMC-Chef Joseph 'Joe' Tucci
Foto: EMC via Flickr

EMC-Chef Joe Tucci sieht die Lösungen von Virtustream als sinnvolle Ergänzung zum eigenen Stammgeschäft mit Storage-Systemen, aber auch zu den Cloud-Diensten und zur Software der Virtualisierungs-Tochter VMware. Diese basieren auf einem hybriden Cloud-Ansatz, bei dem Unternehmen externe Cloud-Dienste im Verbund mit eigenen On-premises-Gerätschaften vor Ort nutzen. "Dieses Modell wird sehr, sehr stark präferiert", erklärte Tucci in einer Telefonkonferenz zu der geplanten Übernahme.

Digital Leader aufgepasst! - Foto: IDG

Digital Leader aufgepasst!

EMC betreibt einen ungewöhnlichen Verbund von Unternehmen, die sowohl kooperieren als auch im Wettbewerb zueinander stehen. Bekanntestes Mitglied der "Föderation" ist die mit 37 Milliarden Dollar marktkapitalisierte VMware, an der EMC Infrastructure (selbst an der Börse etwa 52 Milliarden Dollar wert) rund 80 Prozent hält; die weiteren Mitglieder sind Pivotal, RSA und VCE. Die Verbundstruktur wird seit dem vergangenen Sommer vom Investor Elliott Management kritisiert, der fordert, dass EMC seine Beteiligung an VMware abgibt. EMC hält davon nichts, und Analysten werten die Virtustream-Übernahme als weiteren Hinweis darauf, dass es an seiner Federation-Strategie festhalten will.

Virtustream-Chef Rodney Rogers erklärte, seine Firma habe auch einen Börsengang erwogen und Offerten verschiedener anderer Interessenten ausgeschlagen. Für EMC hätten unter anderem sein großes Netzwerk von Vertriebspartnern und die Chance der Zusammenarbeit im Konzernverbund gesprochen. Virtustream mit Sitz in Bethesda, Massachusetts, soll als selbstständiges Unternehmen für Managed Cloud Services agieren. Rogers wird dabei direkt an Tucci berichten.