Einnahmen der Mobilfunkbetreiber gefährdet durch Femtozellen

23.11.2007
Femtozellen sind ein gefährliches Geschäft für Mobilfunkbetreiber, sagt eine Studie des britschen Marktforschungsunternehmens Analysys. Einerseits können damit Netzlücken geschlossen und Festnetzkunden abgeworben werden, aber sie können auch die Einnahmen aus dem Geschäft mit den teueren Handy-Telefonminuten kannibalisieren.

Viele Mobilfunkunternehmen erwägen, schon ab dem kommenden Jahr Femtozellen einzusetzen und damit Handy-Telefonate in Gebäuden über die Internet-Zugänge ihrer Kunden schicken. Das spart Kosten, weil das Telefonat nicht übers Mobilfunknetz vermittelt wird, und kann Lücken in der Netzabdeckung schließen. Motorola hat gerade erst einen Feldversuch mit einem großen europäischen Mobilfunkunternehmen gestartet.

Die Netzbetreiber sollen aber höchst vorsichtig bei der Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle für die neue Technik sein und sich genau überlegen, wie viel sie dafür von ihren Kunden kassieren, empfiehlt eine neue Studie des britischen Marktforschungsunternehmens Analysys. Die Einführung der Femtozellen stelle ein ernsthaftes Risiko für das bestehende Mobilfunkgeschäft dar und viele frühe Geschäftsideen seien wirtschaftlich gar nicht durchführbar.

"Femtozellen entwickeln sich schnell von einer interessanten Zukunftstechnologie zu einer Technik, die Mobilfunkunternehmen wirklich einsetzen können", sagt Studienautor Alastair Brydon. "Bisher haben sich nur die technischen Entwicklungsabteilungen der Mobilfunkunternehmen mit den Femtozellen beschäftigt, aber jetzt müssen daraus profitable Geschäftsmodelle entwickelt werden." Die Studie warnt davor, dass einige der Services und Anwendungsszenarien, die sich die Netzbetreiber vorstellen, ökonomischen Unsinn darstellen und ihre bestehenden Einnahmequellen kannibalisieren können.

Inhalt dieses Artikels