EuroCloud startet Verbandsarbeit

Ein Rahmen für die Wolke

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Ende 2009 gegründete Verband EuroCloud präsentierte sich auf der CeBIT erstmals der Öffentlichkeit. Ziel des Vereins ist ein Rahmenwerk für das Cloud Computing.

Die europaweite Initiative EuroCloud kümmert sich darum, den Anbietern und Anwendern einen verlässlichen gesetzlichen, vertraglichen, technischen und qualitativen Rahmen für das Cloud Computing zu geben. Der Verband ist jung. Die deutsche Dependance wurde erst am 17. Dezember 2009 gegründet. Die europäische Dachorganisation, die zuvor bereits ihre Arbeit aufgenommen hatte, wurde offiziell sogar erst Ende Januar gestartet. "Wir diskutieren im EuroCloud-Verband nicht über Funktionen, sondern um Grundlegendes: Wie lassen sich SLAs gestalten? Wie müssen Provider mit Daten umgehen? Wie sieht die Exit-Strategie für Kunden aus, damit sie ihre Daten bekommen?", schildert Bernd Becker, Vorstandsvorsitzender von EuroCloud Deutschland, das Vorhaben.

Der Verband scheint den Nerv von Anwendern und Anbietern zu treffen. Viele nähern sich dem neuen Betriebsmodell noch sehr vorsichtig. Gleichwohl scheint das Interesse sehr groß. Zur Auftaktveranstaltung kamen mehr als 80 Teilnehmer aus Anwenderunternehmen, mittelständischen Systemhäusern und Anwaltskanzleien sowie von globalen Cloud-Dienstleister und Softwareanbietern. Offene Fragen betreffen etwa rechtliche Rahmenbedingungen, Vertrags- und SLAs-Ggestaltung und Sicherheit. Noch in diesem Jahr, so kündigte der Verband auf der CeBIT an, werde man die Anforderungen für ein Gütesiegel formulieren, mit dem Anbieter ihre SaaS-Angebote (Software as a Service) zertifizieren lassen können, und das Anwendern Qualität und Sicherheit zusichern soll.

- Ziel von EuroCloud ist es die Cloud-Aktivitäten europaweit zu koordinieren und voranzutreiben.

- EuroCloud soll auch Lobby-Aufgaben gegenüber der EU-Kommission übernehmen, um etwa rechtliche Rahmenbedingungen für die junge Industrie zu schaffen.

- Offizieller Start der europäischen Dachorganisation war der 29. Januar 2010, zunächst mit zwölf nationalen EuroCloud-Verbänden. Fünf weitere sind in Gründung. Bis Ende 2010 hoffen die Betreiber auf mehr als 20 nationale Organisationen.

- Die deutsche EuroCloud-Organisation ist dem eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. angegliedert. Sie wurde am 17. Dezember 2009 gegründet.

- Eine Startveranstaltung gab es am 2. Februar 2010. Dort richteten die etwa 80 Teilnehmer vier Arbeitsgruppen ein:

Recht und Compliance: Auch wenn Betreiber Services außerhalb der Landesgrenzen bereitstellen, müssen sie mit deutschen Rechtsvorgaben und Regulierungen beachten.

Cloud-Managed-Services erarbeiten Lösungen auf technische Fragen wie etwa nach SLAs, Abrechnungen, Freischaltungen etc.

SaaS-Gütesiegel: Cloud-Dienste benötigen das Vertrauen der Kunden. Als herstellerunabhängige Instanz plant EuroCloud ein Gütesiegel für Provider.

Interoperabilität und Standards, damit Kunden die Cloud-Dienste verschiedener Provider miteinander verknüpfen können.

Auf der CeBIT ist EuroCloud in der Halle 6, Stand H02 (Webciety) zu finden. (jha)