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EDS wird weiter durchgereicht

20.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktie des weltweit zweitgrößten IT-Dienstleisters EDS wurde gestern weiter durchgereicht, nachdem das Papier nach einer Gewinnwarnung am Vortag im nachbörslichen Handel bereits mehr als 30 Prozent eingebüßt hatte (Computerwoche online berichtete). Die Aktie fiel gestern um 19, 26 Dollar oder 53 Prozent zum NYSE-Fixing auf ein Elfjahrestief von 17,20 Dollar, was EDS 9,2 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung kostete. Dabei wurden 69,6 Millionen Anteilscheine gehandelt, 15 Mal mehr als das durchschnittliche Volumen der letzten drei Monate.

Auch andere Papiere wurden im Sog mit nach unten gerissen. Beispielsweise verlor IBM, dessen Global Services größter Serviceanbieter weltweit ist, rund 6,8 Prozent - und das, obwohl viele Analysten betonten, die Probleme bei EDS seien größtenteils hausgemacht. Das "Wall Street Journal" berichtet außerdem in einem Hintergrundartikel über einen erheblich abgeschwächten IT-Servicemarkt auch in Europa. Dort herrsche gegenwärtig das Mantra des "Good Enough Computing" vor - in Zeiten knapper IT-Budgets legten die meisten Anwender größere Updates von Hardware und Software auf Eis.

Dies bekämen nicht zuletzt die Dienstleister zu spüren. Der Markt habe sich "in Europa seit Mai definitiv verschlechtert", zitiert das Blatt den britischen CSFB-Analysten Paul Smith. Die Bank hat etwa ermittelt, das der tägliche Durchschnittsumatz des größten lokalen Players Cap Gemini Ernst & Young im zweiten Quartal gegenüber dem ersten um 5,6 Prozent zurückgegangen sei (CGEY hat dies bislang nicht offiziell bestätigt). Auch IDC hat gerade seine Wachstumsprognose für den westeuropäischen Service-Markt von 9,5 auf 7,5 Prozent reduziert - und ist damit noch reichlich optimistisch gegenüber der CSFB-Schätzung von nur drei Prozent. (tc)