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Düstere Gartner-Prognose für den PC-Markt

27.03.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dataquest, der Marktforschungsarm von Gartner, hat eine finstere Prognose für den PC-Markt abgegeben. Demnach droht ein regelrechtes Hauen und Stechen zwischen den Herstellern im Kampf um Marktanteile in einem Markt, der bis 2002 nur noch relativ langsam wachsen soll.

Weltweit sollen 2001 nur 144,5 Millionen PCs abgesetzt werden, ein Plus von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sollte sich die US-Konjunkturflaute auf den Rest der Welt ausdehnen, droht möglicherweise sogar ein einstelliges Wachstum - ein Schock für eine Branche, die in den vergangenen Jahren Zuwächse zwischen 15 und 20 Prozent gewohnt war (und davor sogar noch höhere). Für die kommenden Jahre fällt die Prognose von Dataquest wie folgt aus: 2002 plus 14,5 Prozent (einen deutlichen Aufschwung im vierten Quartal dieses Jahres vorausgesetzt); 8,6 Prozent für 2003; 9,7 Prozent für 2004 sowie magere 5,7 Prozent für das Jahr 2005.

Der US-Markt ist laut Dataquest praktisch gesättigt. "Jeder Arbeitnehmer, der einen PC gebrauchen könnte, hat auch einen - und zwar nicht älter als drei Jahre", glaubt Analyst Martin Reynolds. Damit blühe den Herstellern ein "organisches Wachstum" zwischen fünf und sieben Prozent, so der Dataquest-Mann: "In den USA kann ein Plus nur aus Austauschkäufen entstehen." Die PC-Durchdringung in den Staaten betrage 17 Prozent, in Europa liege sie mit zwölf Prozentpunkten deutlich niedriger und biete der Industrie vorerst noch Chancen - allerdings müssten dazu die Preise gesenkt werden.

Für die Anbieter könne dies nur bedeuten, dass sie ihre Margen zusammenstreichen müssten, um ihren Konkurrenten Marktanteile abzujagen, so die Auguren weiter. Sowohl Compaq als auch Direktrivale Dell hatten in den vergangenen Wochen bereits eine deutlich aggressivere Preisgestaltung angekündigt. Global Player wie IBM oder HP seien von der US-Rezession nicht so stark betroffen wie reine US-Companies, meint Reynolds. Aber selbst die global aktiven Branchenriesen könnten in Versuchung geraten, ihr PC-Geschäft im Heimatland in Tochterunternehmen auszulagern, um nicht das Gesamtergebnis unnötig in Mitleidenschaft zu ziehen.