Cloud-Speicherdienst

Dropbox for Business geht an den Start

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Der beliebte Cloud-Speicherdienst Dropbox, der privat und – oft unautorisiert – auch geschäftlich genutzt wird, hat „Dropbox for Business“ angekündigt.

Noch zu Jahresbeginn hatte der scheidende Microsoft-Boss Steve Ballmer Dropbox als „kleines Startup“ abqualifiziert. Inzwischen zählt der File-Hosting-Dienst 200 Millionen Anwender rund um den Globus. Auch im Unternehmen spielt Dropbox längst eine Rolle: Eigenen Mitteilungen zufolge zählt der Dienst Anwender in vier Millionen Companies – die Dropbox allerdings oft ohne Genehmigung der IT-Abteilungen nutzen.

Drew Houston präsentiert "Dropbox for Business"
Drew Houston präsentiert "Dropbox for Business"
Foto: IDGNS

Manches Unternehmen dürfte nun erleichtert zur Kenntnis nehmen, dass Dropbox eine Business-Version angekündigt hat. Der zahlungspflichtige Service soll den Kunden dabei helfen, Datei-Workflows effizienter zu gestalten. Wie die CW-Schwesterpublikation „Computerworld“ berichtet, wurde die Business-Version weitestgehend neu geschrieben und bringt eine ganze Palette zusätzlicher Features mit. Darin geht es in erster Linie um Kontroll-, Administrations- und Monitoring-Dienste für das IT-Management, um die Datensicherheit garantieren zu können.

Keine Risiken durch USB-Sticks

Die Idee hinter dem neuen Dropbox-Service ist es, das Teilen und Transferieren von Dateien im Unternehmen deutlich zu vereinfachen, indem keine FTP-Server mehr aufgesetzt werden müssen und auf riskante Dateitransfers via USB-Stick oder E-Mail-Attachment verzichtet werden kann. „Wir haben über all diese verrückten Dinge gründlich nachgedacht. Wir hoffen, dass unsere Kunden ohne sie auskommen werden“, sagte Drew Houston, Gründer und CEO von Dropbox, der die Presse ins Headquarter nach San Francisco eingeladen hatte.

Dropbox for Business ist momentan noch im Betastadium, und wird von einer Reihe von Unternehmen getestet. Der weltweite Launch soll im Januar 2014 erfolgen. Die Preise beginnen bei 795 Dollar für fünf Mitarbeiter plus 125 Dollar für jeden weiteren. Damit liegt das Pricing im Vergleich zu anderen vergleichbaren Diensten auf mittlerem Niveau.

Bei Dropbox for Business handelt es sich laut Houston um eine komplett „neugebaute Version“ des regulären Dropbox-Dienstes. das Unternehmen habe sein Entwicklungsteam seit dem vergangenen Jahr verdreifacht. Mit dem Service können Mitarbeiter ihren privaten und ihren Business-Account zusammenlegen und im Einzelfall entscheiden, wo und wie Files abgelegt werden sollen. Wird beispielsweise der Arbeits-Account genutzt, stehen Dateien nur für eine definierte Gruppe von Kollegen zur Verfügung – so, wie es der Administrator festgelegt hat.

Sharing-Aktivitäten im Blick

Administratoren haben eine Reihe von Möglichkeiten, um die Daten zu managen. Ein Tool namens „Sharing Audit Logs“ gibt ihnen Einblick in das komplette Log aller Sharing-Aktivitäten rund um bestimmte Dateien, sofern diese im Dropbox-Account des Unternehmens liegen. Zu den Wettbewebern, mit denen es Dropbox in Zukunft zu tun bekommen wird, gehören neben großen Anbietern wie Google und Microsoft auch Startups wie Box und zahllose andere Filsesharing-Dienste. Box zählt bereits 20 Millionen Business-Anwender in rund 180.000 Unternehmen als Kunden und hat Zugang zu den IT-Abteilungen – ein Vertrauen, das sich Dropbox mit seiner Fixierung auf den Consumer-Markt erst noch verdienen muss. (mhr)