Rechtzeitige Implementierung in die Unternehmensstrategie

Digitalisierung muss Chefsache werden

Andreas Wartenberg ist seit rund 20 Jahren als Personalberater tätig und besetzt Management-Positionen in der Technologiebranche sowie in weiteren Branchen. Bevor Andreas Wartenberg 2008 als Geschäftsführer zur Hager Unternehmensberatung kam, hat er nationale und internationale Teams aufgebaut und geleitet. Er verfügt über ein breites Erfahrungsspektrum im Bereich Diversifikation von Personalberatungen.
Die Digitalisierung prägt deutlich unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft. Wer diese Veränderungen mitträgt und die richtigen Geschäftsmodelle entwickelt, der hat alle Chancen, überaus erfolgreich zu sein.

Aktuell sind viele Unternehmen damit beschäftigt, groß angelegte Digitalisierungsstrategien auszuarbeiten und umzusetzen. Diese Strategien werden unterschiedlich 'ausgelagert'. Einige Unternehmen gründen 'Digitalisierungs GmbHs', andere schieben dieses Thema komplett in die IT-Abteilung und somit direkt an den CIO. In manchen Unternehmen werden Abteilungen und Bereiche etabliert, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen und die erforderlichen Projekte im Unternehmen umsetzen sollen. Allerdings wird bei all diesen Ansätzen der wesentliche Fokus meist nur auf die Digitalisierung gelegt. Die notwendige Rückkoppelung zur Unternehmensstrategie wird bei dieser Methodik jedoch allzu leicht vernachlässigt.

Jeder einzelne Mitarbeiter sollte in einem Unternehmen über die Digitalisierungsstrategie informiert sein.
Jeder einzelne Mitarbeiter sollte in einem Unternehmen über die Digitalisierungsstrategie informiert sein.
Foto: Michelangelus - shutterstock.com

Eine maßgebliche Voraussetzung für die Umstellung auf Digitalisierung ist eine klare, übergeordnete Strategie, gut vernetzte Maßnahmen und feste Verantwortlichkeiten im Unternehmen. Ein ganzheitlicher Ansatz, der sich wie ein roter Faden durch die unternehmerische Neuausrichtung zieht, sollte die Grundlage in jedem digitalisierenden Unternehmen sein.

Die Digitalisierung wirkt sich auf vielfache Weise auf den Unternehmensalltag aus. Zum Beispiel entstehen neue Jobprofile, die interne Kommunikation und Entscheidungsprozesse verändern sich, Arbeitszeiten und -orte werden teilweise flexibler, die IT-Struktur wird neu ausgerichtet und viele weitere Bereiche verspüren deutliche Auswirkungen der Digitalisierung.

Jedoch wird die Digitalisierungsstrategie häufig erst im Nachhinein in die Unternehmensstrategie eingebunden. Dabei wird die strategische Planung und Verbindung mit den sonstigen unternehmerischen Strategien häufig außer Acht gelassen.

Rechtzeitig delegieren

Im Rahmen einer Gesamtstrategie können alle betroffenen Abteilungen involviert werden. Die erforderlichen Projekte und Themen, die sich hieraus ableiten lassen, können auf Geschäftsführungsebene entschieden und in die verantwortlichen Fachbereiche delegiert werden.

Die Digitalisierung sollte inkrementeller Bestandteil eines Unternehmens sein. Aktuell werden in der Unternehmensstrategie die Kennzahlen wie Wachstum, Mitarbeiterzahl, eventuell Unternehmenskultur, etc. von der Geschäftsführung festgelegt. Jedoch werden die erforderlichen Projekte und Schritte zur Digitalisierung häufig nur von den einzelnen Fachbereichen definiert und festgelegt. Die angestrebten Digitalisierungsmerkmale und auch Kennzahlen zur Digitalisierung sollten bereits in der Unternehmensstrategie definiert werden. Damit wird der Blick fürs Ganze bewahrt und es gestaltet sich leichter, alle Prozessbeteiligten zu involvieren. Das Ergebnis hieraus ist ein voll digitalisierter Workflow, Supply Chain, etc. und letztendlich nicht nur eine Ableitung von vorgefertigten Ergebnissen aus den Fachabteilungen.

Fazit

Digitalisierung muss Chefsache werden. Wichtig ist es, die Digitalisierung in die Unternehmensstrategie zu integrieren. Zudem gilt es bei Veränderungsprozessen, die Mitarbeiter einzubeziehen, weiterzubilden und zu qualifizieren. (bw)