Der Führungstipp

Die richtige Zielvorgabe finden

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Als Programmierer mit einer kleinen Firma fällt es mir schwer, gegenüber meinen Mitarbeitern Ziele zu formulieren. Ich selbst fixiere regelmäßig Ziele, die ich gar nicht einhalten kann. Wie sehen denn gute Zielvorgaben aus, die im Idealfall auch meine Mannschaft anspornen? Was sollte ich beim Formulieren von Zielen berücksichtigen?

Thomas Schlayer, Buchautor und Coach aus Inning am Ammersee, weiß: "Viele Manager haben nie gelernt, wie ideale Zielvorgaben aussehen. Meist werden Ziele aus dem Bauch heraus erstellt, zu hoch gesetzt oder nicht wirklich fixiert. Ziele sollten immer realistisch sein. Kaum etwas ist demotivierender als eine fast unmögliche Vorgabe. Zudem sollten wir uns nicht zu viele Ziele vornehmen, sonst verzetteln wir uns. Ich empfehle Ihnen auch, Ziele stets schriftlich festzuhalten. Dadurch entsteht mehr Verbindlichkeit und die Visualisierung hilft enorm, die Richtung im Kopf zu behalten.

Thomas Schlayer: "Ziele sollten stets schriftlich festgehalten herden. Dadurch entsteht mehr Verbindlichkeit."
Thomas Schlayer: "Ziele sollten stets schriftlich festgehalten herden. Dadurch entsteht mehr Verbindlichkeit."
Foto: Schlayer

Ein gutes Ziel besteht aus vier Elementen: Inhalt, Ausmaß, Zeitraum und Verantwortung. Formulieren Sie klare Inhalte: Um was geht es? Was ist das zentrale Thema des Ziels? Zum Beispiel: Die Produktivität erhöhen. Fixieren Sie nun auch das (im Idealfall messbare) Ausmaß des Ziels. Um wie viel Prozent soll der Umsatz erhöht werden? Welche Zahl macht das Ziel konkret und kontrollierbar? Beispiel: Um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nun gilt es ebenfalls exakt und damit überprüfbar den Zeitraum zu beschreiben: Bis wann soll das Ziel erreicht sein? Beispiel: Bis zum Ende des zweiten Quartals am 30. Juni. Die noch zu klärende Zielverantwortung ist ebenfalls ein elementares Kriterium. Wer ist für das Ziel verantwortlich? Wer kümmert sich genau darum? Beispiel: Programmierer Peter Mayer.

Wenn Sie Ihre Ziele nach diesen Eckdaten formulieren, werden Sie bessere Ergebnisse erzielen und mit Vorgaben arbeiten, die Sie selbst und Ihre Mitarbeiter anspornen. Auch hier sind es Kleinigkeiten, die den Unterschied machen! Ein abschließender Vergleich: Das Ziel "In den kommenden Monaten den Umsatz spürbar erhöhen" ist kontraproduktiv. Wer soll das wie tun? Was ist spürbar? Ab wann darf gefeiert werden? Deutlich besser: "Bis zum 31.Dezember soll der Softwareumsatz um acht Prozent gesteigert werden, verantwortlich ist Olaf Schuster."