Leuchturmprojekt, Synergien oder Proaktiv

Die nervigsten Beraterphrasen

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Bevor sich ein Berater zu "Objectives committed", hat er meist die "Roadmap" schon gefixt - und seine Zuhörer an die Wand gedenglischt. Hier finden Sie gängige Beraterphrasen.

Was dem klassischen Gelehrten die lateinische Sprache war, ist dem modernen Berater beziehungsweise "Consultant" sein Anglizismus. Zugegeben, das hängt maßgeblich damit zusammen, dass Berater oft in weltweiten Projekten von international ausgerichteten Kunden tätig sind. Die Verkehrssprache in diesen Vorhaben ist nun einmal Englisch. Da ist es schon mal verständlich wenn der Wechsel in die Muttersprache misslingt: "Mit der richtigen Attitude können wir Germany zum Growth Market machen", schwärmte ein jahrelang im Ausland tätiger Manager über sein neues Wirkungsfeld in Deutschland. Die Begeisterung war echt, die Ausdruckweise ein bisschen lächerlich.

Hinzu kommt, dass die IT ohnehin schon durchsetzt ist von englischsprachigen Fachausdrücken. "Mobility", "Big Data", "Data Center", "Analytics" sind nur einige wenige, aktuelle Themen, die Eingang in den deutschen Sprachgebrauch gefunden haben. Und ja, wir wissen es, auch die COMPUTERWOCHE ist daran nicht ganz unschuldig.

Dennoch: Häufig verstecken die Berater lediglich ihre Unsicherheit hinter solchen Phrasen. Das Kalkül dahinter ist, den Gegenüber mit vermeintlich bedeutungsschwangeren Fachtermini zu beeindrucken, und auf keinen Fall ratlos zu wirken. Letzteres darf einem Berater nicht passieren, es würde seine Kompetenz in Frage stellen. In der folgenden Bilderstrecke haben wir einige typische Formulierungen zusammengetragen, die jeder, der regelmäßig mit Beratern zu tun hat, bestimmt schon einmal gehört hat.