Open-Source

Die Linux-Woche im Rückblick

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die erste Woche des Linux-Jahres 2012 steht im Zeichen der Sicherheit und des Desktops.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Neuerungen in KW 1 in Sachen Linux. Das neue Jahr geht gleich in die vollen mit neuen Ausgaben von aptosid, BackBox Linux, Gentoo Linux und The Amnesic Incognito Live System, auch TAILS genannt.

TAILS - The Amnesic Incognito Live System 0.10

Ein wichtig klingender Name für allerdings auch eine sehr gute Linux-Distribution, wenn es um Privatsphäre und Daten-Schutz geht. TAILS setzt auf Anonymität und aus diesem Grund ist TOR und Vidalia vorkonfiguriert an Bord.

Version 0.10 schreibt nun vor, dass sämtlicher Internet-Verkehr durch TOR laufen muss, sonst hat der Anwender keine Verbindung. Somit müssen Nutzer andere Anwendungen auch so konfigurieren, dass diese The Onion Router nutzen.

TAILS 0.10 basiert auf Debian GNU/Linux 6.0.3. Als Software-Updates gegenüber der Vorgänger-Version befinden sich Linux-Kernel 3.1.6, VirtualBox 4.1.6 und Iceweasel 9.0. Weiterhin ist die Firefox-Erweiterung NoScript als Neuzugang zu verbuchen.

Ebenfalls neu ist ein Windows-XP-Tarnmodus. Diesen können Sie aktivieren, indem Sie beim Start die Kernel-Option winxp mit angeben. Dann startet TAILS, mimt aber das Aussehen von Windows XP. Was Sie im Endeffekt damit anstellen, bleibt Ihrer Fantasie überlassen.

Die offizielle Ankündigung zu The Amnesic Incognito Live System 0.10 finden Sie auf der Projektseite. Dort gibt es auch einen Link zum ISO-Abbild der Distribution. TAILS lässt sich übrigens auch komplett in Deutsch starten.

BackBox Linux 2.01

Dieses Linux-Derivat zählt wie seine Verwandtschaft BackTrack zu den Sicherheits-Distributionen. Es basiert auf Ubuntu 11.04. Somit bringt es Linux-Kernel 2.6.38 mit sich und setzt auf Xfce 4.0.8 als Desktop-Umgebung.

Laut Entwickler gibt es verbesserte Geschwindigkeit, einen neuen Anstrich, ein verbessertes Start-Menü und neue Sektionen. Dazu gehören Forensic Analysis, Documentation & Reporting und Reverse Engineering.

Zu den Neuzugängen und Aktualisierungen gehören Dradis 2.8, Ettercap 0.7.4.2, John 1.7.8, Nmap 5.51, Sleuthkit 3.2.1 und Metasploit 4.2.

Distributionen wie diese haben oft einen schlechten Ruf als Hacker-Distributionen. Richtig eingesetzt können Sie aber Schwächen in Netzen aufdecken. Administratoren haben einen guten Werkzeugkasten, um Löcher ausfindig zu machen und diese zu stopfen. Natürlich können Sie sich durch den Einsatz von BackBox Linux schnell am Rande der Legalität bewegen. Sollten Sie es zum Beispiel in der Firma einsetzen wollen, besprechen Sie das unbedingt mit Ihren Vorgesetzten.

Installierbare Live-DVDs von BackBox Linux 2.01 gibt es für die Architekturen i386 und x86_64 im Download-Bereich der Projektseite.

aptosid 2011-03

Kenner der Linux-Szene können eigentlich aus dem Namen schon ableiten, auf was diese Distribution basiert. Richtig, auf dem Debian Unstable-Zweig "Sid". Die Entwickler haben als Ziel 100 Prozent kompatibel zu "Sid" zu sein und bieten eine so genannte Rolling-Distribution an. Im Idealfall müssen Sie damit einmal installieren und bekommen lebenslänglich Updates, bis dass die Hardware Eurch scheidet.

Die Distribution kommt in drei Geschmacksrichtungen für jeweils i686 und x86_64. Es gibt KDE-lite, KDE-full und eine Ausgabe mit Xfce als Desktop-Umgebung. KDE-full passt nicht mehr auf eine CD, die anderen beiden schon.

Als Herzstücke dienen Kernel 3.1.6 und X.Org Server 1.11.2.902. Ebenso an Bord ist KMS-Unterstützung für ATI-, Intel- und NVIDIA-basierte Grafikkarten. Dem Browser Iceweasel wurde ein Update auf 9.0.1 spendiert und durch einen aktuelleren Kernel kann das System mit modernen Hardware-Komponenten umgehen.

Das Changelog gegenüber Vorgänger-Versionen ist lang und wird in der offiziellen Ankündigung ausführlich beschrieben. ISO-Abbilder finden Sie auf einem der zahlreichen Spiegel-Server.

Gentoo Linux 12.0 "Live-DVD"

Die Gentoo-Entwickler haben eine neue Live-DVD ausgegeben. Die ISO-Abbilder sind mit Software nur so gespickt. Neben Kernel 3.1.5 dient X.Org Server 1.10.4 als Grundstein. Darüber hinaus haben Anwender die Wahl zwischen KDE 4.7.4, GNOME 3.2.1, Xfce 4.8 und Fluxbox 1.3.2 als Desktop-Umgebungen.

Weiterhin sind Firefox 9.0, LibreOffice 3.4.99.2, GIMP 2.6.11, Chromium 16 und VLC Media Player 1.1.13 an Bord. Die Liste der prominenten Open-Source-Programme könnte man noch eine ganze Weile weiterführen.

Die Live-DVD gibt es laut eigener Aussage als Hybrid-Version x86/x86_64 und als x86_64-Multilib-Ausgabe. Erstere wird auf x86- und x86_64-Architekturen funktioneren. Die andere nur auf x86_64- Rechnern.

ISO-Abbilder gibt es auf den Spiegel-Servern. Des Weiteren stellen die Entwickler Torrent-Dateien als Download-Möglichkeit bereit.

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openSUSE 12.1 "Edu Li-f-e"

Li-f-e steht für Linux for Education und diese openSUSE-Variante wird mit dem Ziel Ausbildung zur Verfügung gestellt. Laut Aussage der Entwickler bringt dieser openSUSE-Abkömmling Alles mit, was Schüler, Lehrer, Eltern und System-Administratoren zum Unterrichten brauchen.

Dazu gehören Programme zu den Themen Mathematik, Chemie, Astronomie und viele Porgrammiersprachen-Umgebungen. Ebenso mit an Bord befinden sich aktuelle Versionen der Desktop-Umgebungen GNOME und KDE.

Für eine Installation benötigen Sie ungefähr 15 GByte Festplattenplatz. Ebenso ist ein GByte Arbeitsspeicher als Voraussetzung angegeben. Die Entwickler geben Edu Li-f-e nur als 32-Bit-Version heraus. Wer mehr als vier GByte Arbeitsspeicher nutzen möchte, sollte das Paket kernel-pae installieren.

Sie finden weitere Informationen und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.