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Die Geschichte von Fujitsu

25.06.2013 | von Jürgen Mauerer (Autor) 
Jürgen Mauerer
Jürgen Mauerer betreibt als freier Journalist ein Redaktionsbüro in München.

2010: Server speziell für die Cloud

Den im März 2010 vorgestellten Primergy CX 1000-Server hat Fujitsu Technology Solutions (FTS) speziell für Cloud Computing-Anwendungen konzipiert. Zielgruppe sind große Unternehmen wie Hoster oder Service-Provider. Sie sollen von einem neuartigen Kühlkonzept (fehlende Frontabdeckung, Luft wird nach oben abgegeben, dadurch können Geräte Rücken an Rücken aufgebaut werden) profitieren. Das System ist zudem auf niedrigen Stromverbrauch und hohe Skalierbarkeit ausgelegt.

Cloud-Services / Dynamic Infrastructures

Eines der großen Themen von FTS ist "Dynamic Infrastructures", sprich die dynamische Zuweisung von IT-Ressourcen durch die Bereitstellung flexibler IT-Kapazitäten. Zum Angebot gehören IT-Infrastrukturlösungen, Infrastructure-as-a-Service und Managed Infrastructure-Services. Dafür hat Fujitsu TS 2010 in Nürnberg ein Cloud-Rechenzentrum mit 1.300 qm Fläche in Betrieb genommen. Das Rechenzentrum wird aktuell ausschließlich von einem Großkunden aus dem Behördenumfeld genutzt.

Fokus auf Forschung und Entwicklung

Robot Teddy
Robot Teddy
Foto: Fujitsu

Die Fujitsu Gruppe investiert rund fünf Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung, um Innovationen voranzutreiben. Gleiches gilt auch für FTS. Aktuelle Neuheiten des Unternehmens sind unter anderen ein kabelloser Monitor, der Tablet PC Stylistic Q550 speziell für den Unternehmenseinsatz, die Lifebooks S761/C und P771/C mit integriertem Beamer oder der sprechende Roboter Teddybär, der dank 13 in seinem Körper integrierter Sensoren auf Berührungen reagieren kann. Über eine Kamera auf der Nase erkennt er die Gesichtsausdrücke von Menschen. Laut Fujtsu eignet sich der Roboter-Teddy für einsame Menschen, die wegen einer Allergie keine lebenden Tiere halten können.

2011/2012: Fujitsu auf dem Weg zum Komplettanbieter

20011 und 2012 stehen bei Fujitsu Technology Solutions (FTS) ganz im Zeichen der Cloud und der strategischen Ausrichtung hin zu einem Komplettanbieter für Hardware, IT-Infrastruktur, Services und auch Software - letzteres zunächst aus der Cloud. Seit Februar 2012 bietet das Unternehmen dazu den "Fujitsu Cloud Store" an, über den Kunden auf eine Reihe von Software-as-a-Service- (SaaS) Angebote zugreifen können.

Foto: Fujitsu

Der B2B-App-Store bedeutet für Fujitsu den Einstieg in das Geschäft mit Business-Anwendungen, ohne dass der Konzern im großen Stil eigene Anwendungen vermarktet. Denn mit Ausnahme einer hauseigenen CRM-Lösung stammen die Produkte ausschließlich von Softwarepartnern, die diese mit Hilfe von Fujitsu in die Cloud stellen. Die Partner kümmern sich weiterhin um Vertrieb, Marketing und die Pflege ihrer Kundenbeziehungen. Bislang scheint der Cloud-Store aber noch nicht ganz die Erwartungen zu erfüllen.

Neben dem App-Store bietet Fujitsu eine Reihe von Produkten speziell für Cloud-Anwendungen an, darunter den Server CX 1000 sowie die Blades BX400 und BX900. Der CX1000 setzt beispielsweise auf ein Kühlkonzept, das die Abwärme kaminartig nach oben ableitet, damit sich die Systeme platzsparend aufstellen lassen. Mit den Dynamic Infrastructure Blocks (DI Blocks) können sich die Kunden Systeme aus Komponenten wie Server, Speicher, sowie Netzwerk- und Virtualisierungssoftware konfigurieren. Mit der System-Management-Lösung ROR (ServerView Resource Orchestrator Cloud Edition) verwalten sie ihre Serverressourcen im Data Center.

Neben Cloud Computing setzt FTS als zweiten Wachstumstreiber auf die Partnerschaft mit SAP bei der neuen Datenbanktechnik HANA, die Abfragen tausendfach beschleunigen soll. Die zugehörige Infrastruktur liefert Fujitsu aus Augsburg. FTS plant zudem, den Augsburger Standort aufzuwerten. Das Unternehmen will künftig Warenbeschaffung, Produktionsplanung und Logistik von der bayerischen Stadt aus steuern.

Rod Vawrey, Interims-CEO Fujitsu Technology Solutions.
Rod Vawrey, Interims-CEO Fujitsu Technology Solutions.
Foto: Fujitsu

All dies wird Rolf Schwirz, der bisherige CEO von FTS, nicht mehr aus nächster Nähe erleben. Nach zwei Jahren an der Spitze des Unternehmens hat er Fujitsu Anfang November überraschend verlassen; zum 1. Dezember 2012 wechselt er in den Vorstand des Computertechnik-Spezialisten Kontron und wird am 1. Januar 2013 den langjährigen Vorstandschef Ulrich Gehrmann ablösen. Bei Fujitsu übernimmt übergangsweise Rod Vawrey, President of Global Business Group and Corporate Senior Vice President Fujitsu Limited, die Aufgaben von Schwirz. Es bleibt spannend. (mhr)

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