Connected Worlds

Die CeBIT wird jünger - und ein bisschen cooler

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Das Motto "Connected Worlds" verspricht nicht nur Mobile Computing und Breitband-Internet. Auf der CeBIT 2010 soll es mehr Web, mehr Musik und mehr Lifestyle zu erleben geben. Lesen Sie, wo´s langgeht!

Ein Motto braucht so eine CeBIT ja nun mal, und diesmal haben sie sich "Connected Worlds" ausgedacht. Es geht darum, wie CeBIT-Chef Ernst Raue sagt, die "verbundenen Welten ins Bild zu setzen". Schützenhilfe bekommt er von August-Wilhelm Scheer, dem Präsidenten des ITK-Verbands Bitkom. Mit dem Thema werde die Messe zu einem "Zukunftskongress für das Leben und Arbeiten" von morgen, so der Bitkom-Sprecher.

Konzeptionell zieht sich das Messemotto denn auch wie ein Netzwerk durch die Hallen. Besucher haben über verschiedene Anlaufpunkte Zugang dazu. Dabei steht nicht allein die Ausstellung von Produkten, sondern vor allem das Diskutieren und Weiterentwickeln von Themen im Vordergrund: "Die CeBIT ist eine Plattform für den gesellschaftlichen Dialog zu den großen Zukunftsherausforderungen", erklärt Scheer die Positionierung. Politik hin, Dialog her - die CeBIT entwickelt sich zu einer Erlebniswelt.

Die Anlaufpunkte zu den Connected Worlds

Webciety

Im letzten Jahr sollte die erstmals veranstaltete Webciety in Halle 6 eigentlich eine Plattform für die Internet-Wirtschaft sein. Am Ende bot die Veranstaltung aber mehr. Messebesucher erfuhren, wie sich das Internet immer tiefer in der Gesellschaft verankert, welche Chancen und Risiken sich daraus ergeben und welche Folgen das für den Einzelnen und für Unternehmen hat (zum Fotostream).

Nicht gerade CeBIT-typisch, die Atmosphäre in der Webciety.
Nicht gerade CeBIT-typisch, die Atmosphäre in der Webciety.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen und eine Menge hat sich getan. Rund drei Viertel der Dax-30-Unternehmen twittern heute, knapp zwei Drittel sind auf YouTube vertreten, so hat die Fachhochschule Mainz herausgefunden. "Enterprise Microblogging" ist plötzlich ein CeBIT-Thema, der Aussteller Communardo zeigt etwa mit "Communote" eine entsprechende Anwendung.

Nahezu alle Aussteller aus dem Vorjahr sind 2010 wieder dabei - und einige mehr. Erstmals präsentiert sich auch Google auf der Messe, um für seinen umstrittenen Dienst Streetview zu werben. Ebenso wichtig wie die Ausstellung ist das Bühnenprogramm, das alle relevanten Themen vom Reputation Management über Social Networks, kollaboratives Arbeiten und Crowdsourcing bis hin zum Cloud Computing und neuen Formen des Arbeitens behandelt.

Messebaulich ist die Webciety wieder als das "begehbare Internet” gestaltet. Sechseckige, digital bespielbare Homebases bieten die Möglichkeit, Business-orientierte Web-Anwendungen und -Geschäftsmodelle live zu präsentieren. Über ihr Notebook können Aussteller ihren Stand bespielen und hinsichtlich Ton, Licht und Gestaltung an ihr Corporate Design anpassen.

Diskutiert wird natürlich auch, beispielsweise zum Thema Medienunternehmen im Web 2.0. Am Messe-Mittwoch, den 3. März, werden sich Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit Online, Kai Gniffke, Erster Chefredakteur bei ARD-aktuell, und Sven Scheffler, Chefredakteur von Handelsblatt Online über ihre Perspektiven austauschen.