Meinung

Die Apple Watch ist nichts für mich

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Ich habe am Freitag die Apple Watch zurückgebracht, die ich vor einiger Zeit zum Testen bekommen hatte.

Stahl, 42 Millimeter, mit Stahl-Gliederarmband und schwarzem Lederarmband (plus dem Milanese, weil das mir so gut gefiel). Die Uhr ist wirklich sehr schön, aber sie funktioniert für mich nicht. Der Funke will nicht überspringen.

Foto: Thomas Cloer

Dafür gibt es eine ganze Menge Gründe. Die wichtigsten: Ich sehe für mich keine "Killer-App". Ich möchte meine Uhr nicht jeden Abend aufladen müssen. Dauernde Notifications gehen mir zunehmend auf den Geist. Ich bin weder sportlich noch habe ich Lust, mein (physisches) Selbst zu quantifizieren. Last, but not least mag ich meine mechanische Armbanduhr sehr.

Foto: Thomas Cloer

Die Software der Uhr ist eigentlich noch Beta und wird mit dem bereits angekündigten watchOS 2 sehr viel besser werden. Gleichzeitig werden Entwickler dann mit dem nativen SDK sehr viel interessantere Apps für die Watch schreiben können als bisher. Natürlich hätte ich darauf noch warten können. Wollte ich aber letztendlich nicht. Weil mich die Watch auch in puncto Nachhaltigkeit und Langlebigkeit nicht überzeugt. Und weil ihr wie allen anderen Digitaluhren und Smartwatches für mich etwas von der ästhetischen und philosophischen Dimension von Uhren und Zeit verlorengeht.

Foto: Thomas Cloer

Kurz bevor ich die Watch von Apple zum Testen erhielt, habe ich übrigens bei Arte eine ganz wunderbare GEO-Reportage über junge Menschen gesehen, die in der Schweiz das seltene Handwerk des Uhrenrestaurierens lernen. Gut möglich, dass mich dieser Film ein ganz klein wenig beeinflusst hat.

Hinweis: Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 25. Juli 2015 im privaten Blog des Autors.

Kollege Raymond Wiseman hat darunter folgenden Kommentar hinterlassen:

"Hi Thomas – da ich nie Uhren trage, kann ich Deine Argumentation gut nachvollziehen. Ich brauche schon keine Zeitanzeige am Handgelenk, geschweige den Rest on my Wrist. Bye – Ray"

Es gibt aber auch Kommentatoren, die ganz anderer Ansicht sind, etwa Damir Tomicic bei Facebook:

"Verständlich. Deine Gewohnheiten und Vorlieben passen nicht zum Einsatzszenario der Watch. Die eigentlich am wenigstens eine Uhr ist. Ich habe mir die Sport-Version geholt. Da ich derzeit viel an meiner Fitness arbeite, hilft mir die apple Watch sehr. Was deutlich weniger geworden ist, ist der Griff zum iPhone - gefühlt 30% weniger. Die kurzen Nachrichten und SMS gehen genauso gut, man ist über die letzten Mails schnell drüber. In Tallinn und London die letzten Wochen habe ich die Navigation sowie TripAdvisor ausprobiert. Es war sehr praktisch. Wenn aber so etwas nicht wirklich benötigt wird, ist die Apple Watch ein Fehlkauf. Aber eigentlich genauso wie die sonstigen Gadgets auch ;-)"

Auf "Medium" ist mittleweile in Form einer umfangreichen Sammelrezension der angeblich "ultimative Review" zur Apple Watch erschienen. Was halten Sie von der Apple-Smartwatch? Wir freuen uns über Ihre Meinung in den Kommentaren!