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Deutschlands IT-Hoffnung Theseus wird öffentlich präsentiert

14.08.2007
Am kommenden Freitag wird der eco-Verband der deutschen Internetwirtschaft das Suchmaschinenprojekt Theseus in Köln erstmals der Öffentlichkeit präsentieren. Zusammen mit dem Wirtschaftsministerium will der eco Deutschland bis 2010 auf Theseus' Flügeln zur führenden IT-Nation machen.

Unter dem Namen Quaero war das Projekt als deutsch-französische Gemeinschaftsentwicklung gestartet, um eine europäische Konkurrenz zum Fast-Monopolisten Google zu schaffen. Ende 2006 trennten sich die Partner jedoch, da Deutschland lieber Firmen und Organisationen bei der Grundlagenforschung in Sachen Suchtechnik und Kommunikationsnetze unterstützen wollte, statt Google anzugreifen. Seitdem entwickelt Frankreich Quaero allein weiter. Der deutsche Teil des Konsortiums, darunter Unternehmen wie SAP und Siemens, startete Theseus. Die Entwickler forschen verstärkt an den Grundlagen des "Web 3.0", bei dem Dinge im Netz nicht mehr nur anhand ihrer Beschreibung, sondern vielmehr ihrer Bedeutung erfasst werden: das wissende Web also. Laut eco-Geschäftsführer Harald Summa würden semantische Methoden das Internet zukünftig tiefgreifend verändern. Die Bundesregierung folgt dem Versprechen und erkor Theseus zum Leuchtturmprojekt.

Kritiker bemängeln jedoch, dass Deutschland die Realität des Marktes verkenne. Nach Aussage von Wolfgang Sander-Beuermann vom "Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs" (SuMa e.V.) pflege Theseus die Illusion, dass mit dem semantischen Web der übernächsten Generation die deutsche IT wieder wettbewerbsfähig werde. Es nehme Deutschland die letzte Chance, seinen massiven technologischen Rückstand zu verringern und liefere es auf unabsehbare Zeit unmündig dem Spiel der Global-Player aus. (sh)