Studie von Arthur D. Little

Deutschland verliert bei Breitband den Anschluss

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Laut einer Untersuchung von Arthur D. Little verschläft Deutschland die Internet-Zukunft: Nur zwei von 100 Haushalten hatten Ende 2009 die Möglichkeit, ein Glasfasernetz zu nutzen.
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Deutschland, aber auch ganz Europa (sechs Prozent), liegen damit deutlich hinter führenden Ländern Asiens wie etwa Korea, wo diese Quote über 40 Prozent beträgt. Klaus von den Hoff, globaler Director der TIME-Practice bei Arthur D. Little, befürchtet durch den zu langsamen Ausbau einen gravierenden Wettbewerbsnachteil. "Die meisten EU-Länder liegen beim Ausbau des Glasfasernetzes im internationalen Vergleich sieben Jahre zurück. Diese Länder, und das gilt auch für Deutschland, fallen dadurch wiederum im internationalen Standort-Wettbewerb zurück", warnt er.

Von den Hoff fordert daher, dass Regulierungsbehörden und Regierungen den Netzausbau bis zur Wohnung (Fibre to the home - FTTH) stärker und proaktiver unterstützen sollten. "In Asien und den USA fördern die Regierungen den Roll-out des Glasfasernetzes dadurch, dass sie unter bestimmten Bedingungen Telekom-Anbieter von der Verpflichtung befreien, ihren Wettbewerbern Zugang zum Glasfasernetz geben zu müssen", so Karim Taga, Managing Director von Arthur D. Little Österreich und Autor der Studie. Solche Maßnahmen wären auch in Europa dringend notwendig, damit bei den modernen, leistungsstarken Kommunikationstechnologien nicht die Wettbewerbsfähigkeit verloren geht.

Wie es gehen könnte, zeigt ein Blick nach Frankreich. Dort hat die Regierung einen Fonds mit zwei Milliarden Euro angelegt, um die Finanzierung des Ausbaus von Breitbandnetzen zu unterstützen. Die öffentliche Hand schreibt im so genannten "DSP-Programm" Ausbauprojekte für einzelne Regionen aus. Diejenigen, die das beste Konzept vorlegen (Ausbaugeschwindigkeit, Kosten etc.), erhalten eine Co-Finanzierung aus dem Fonds. Während sich das Programm zunächst auf ländliche Gegenden beschränkte, wurde es mittlerweile auch auf so attraktive Bereiche wie den Gürtel an mittelgroßen Städten rund um Paris ausgeweitet.