ISC Top 500

Deutschland schwächelt bei Supercomputern in den Top 10

Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Zum fünften Mal in Folge stellt China mit "Tianhe-2" den schnellsten Supercomputer der Welt. Die "BlueGene"-Anlage in Deutschland rutscht auf den neunten Platz ab, so das Ergebnis der International Supercomputing Conference 2015 in Frankfurt.

Auf der diesjährigen International Supercomputer Conference (ISC) in Frankfurt (12. - 16. Juli 2015) wurde die "Top-500-Liste" der High-Performance- Computing System vorgestellt. Außer einem Neuzugang auf den siebten Platz mit den entsprechenden Platzverschiebungen, gibt es keine Veränderungen in der Reihenfolge. So stellt Deutschland unter den Top-10-Supercomputern lediglich nur ein System auf Platz neun. Die von IBM entwickelte Anlage "Juqueen" am Forschungszentrum Jülich arbeitet mit 458.752 Cores und erreicht eine Performance von zirka fünf Petaflops. Demgegenüber arbeitet das führende System etwa sieben Mal schneller. Europaweit sind nur zwei System unter den Top 10 zu finden. Neben dem deutschen Rechner kann sich der Schweizer Computer "Piz Daint" am Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) in Lugano mit 6,27 Petaflops auf Platz sechs halten und stellt damit auch den schnellsten Supercomputer in Europa.

Martin (rechta) und Thomas (links) Meuer eröffneten die ISC 2015 in Frankfurt.
Martin (rechta) und Thomas (links) Meuer eröffneten die ISC 2015 in Frankfurt.

China landet zum fünften Mal in Folge auf dem ersten Platz. Mit einem Performance-Wert von 33,9 Petaflops kann die Anlage "Tianhe-2" an der National University of Defense Technology (NUDT) in Guangzho die Konkurrenz in Schach halten. Denn die Nummer zwei, der Supercomputer "Titan" von Cray an der Oak Ridge National Laboratory in den USA, erreicht lediglich einen Leistung von 17,59 Petaflops. Wie im Vorjahr geht der Platz drei an den IBM-BlueGene-Rechner "Sequoia" in den USA.

Neu im Reigen der Top-10-Supercomputer konnte sich der "Shaheen II" an der King Abdullah University of Science and Technology in Saudi Arabien einordnen. Er belegt den sieben Platz mit einer Performance von 5.5 Petaflops.

Die Top 10 der Top 500 Supercomputer

Rang

Site

Land

System (Hersteller)

Cores

Rmax (TFlop/s)

1

National Super Computer Center in Guangzhou

China

Tianhe-2 (MilkyWay-2) (NUDT)

3.120.000

33.862,70

2

DOE/SC/Oak Ridge National Laboratory

USA

Titan - Cray XK7 (Cray Inc.)

560.640

17.590,00

3

DOE/NNSA/LLNL

USA

Sequoia - BlueGene/Q (IBM)

1.572.864

17.173,20

4

RIKEN Advanced Institute for Computational Science (AICS)

Japan

K computer (Fujitsu)

705.024

10.510,00

5

DOE/SC/Argonne National Laboratory

USA

Mira - BlueGene/Q (IBM)

786.432

8.586,60

6

Swiss National Supercomputing Centre (CSCS)

Schweiz

Piz Daint - Cray XC30 (Cray Inc.)

115.984

6.271,00

7

King Abdullah University of Science and Technology

Saudi Arabien

Shaheen II - Cray XC40 (Cray Inc.)

196.608

5.537,00

8

Texas Advanced Computing Center/Univ. of Texas

USA

Stampede - PowerEdge C8220 (Dell)

462.462

5.168,10

9

Forschungszentrum Jülich (FZJ)

Deutschland

JUQUEEN - BlueGene/Q (IBM)

458.752

5.008,90

10

DOE/NNSA/LLNL

USA

Vulcan - BlueGene/Q (IBM)

393.216

4.293,30

Mit einem Anteil von 46 Prozent stellt die USA das Gros der Supercomputer in der Top-500-Liste. Japan und China folgen mit je 8 Prozent. Deutschland ist immerhin noch mit einem Anteil von 7 Prozent vertreten. Doch insgesamt konnte Deutschland die Anzahl der Supercomputer in der Top-500-Liste von 26 auf 37 gegenüber November 2014 erhöhen. Allerdings gerät laut Erich Strohmaier, Head of Future Technology Group am Lawrence Berkeley National Laboratory, insgesamt das Geschäft mit Supercomputern immer mehr unter Druck. Denn es werden immer weniger "große" Super-Computing-Anlagen angeschafft. Darüber hinaus werden die bestehenden Anlagen immer älter beziehungsweise länger betrieben und ausreichend "frisches Blut" rückt nicht nach, wie die aktuelle Top-500-Liste zeigt.

Die "Top-500-Liste" der schnellsten High-Performance-System der Welt werden im Rahmen der "International Supercomputer Conference" herausgegeben. Die Ergebnisse basieren auf den maximal erreichbaren Wert des Leistung-Benchmarks Linpack. Die Top-500 initiierte der Mannheimer Informatikers Hans Werner Meuer, der im Januar 2014 verstarb. Diese Konferenz findet zwei Mal im Jahr statt, im Sommer in Deutschland und im Winter in den USA. (Tecchannel.de/mb)