Freitag

Deutscher HP-Aufsichtsrat berät über Stellenabbau

21.03.2013
Der geplante Stellenabbau bei Hewlett-Packard wird am Freitag in einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats der deutschen Tochterfirma diskutiert.
Deutschlandzentrale von Hewlett-Packard in Böblingen
Deutschlandzentrale von Hewlett-Packard in Böblingen
Foto: HP

Die Arbeitnehmerseite hatte die Gespräche initiiert, wie Johannes Katzan von der IG Metall am Donnerstag sagte. Nach Plänen des US-Konzerns soll der hessische Standort Rüsselsheim mit gut 1100 Mitarbeitern Ende Oktober dichtmachen. 850 Stellen sollen ganz gestrichen werden, etwa 250 IT-Spezialisten können zu Opel zurückkehren. Hewlett-Packard (HP) kämpft mit der Flaute im PC-Geschäft wegen der steigenden Beliebtheit von Tablet-Computern und Smartphones.

Ein Sprecher der deutschen Zentrale betonte allerdings, die Schließung von Rüsselsheim habe mit dem schwächelnden PC-Geschäft nichts zutun. Im Rahmen der weltweiten Neuausrichtung des IT-Dienstleistungsgeschäfts sollen ihm zufolge unter anderem Lieferstrukturen optimiert und Kosten gesenkt werden. Die Arbeit der wegfallenden Stellen werde künftig zu einem Großteil von Mitarbeitern im EU-Raum erbracht.

Die Arbeitnehmerseite will auf der Sitzung unter anderem gegen die geplante Schließung des Standorts vorgehen. Zudem fordert sie ein Zukunftskonzept für das Geschäft mit IT-Dienstleistungen. Die Mitarbeiter in Rüsselsheim sind derzeit in diesem Bereich tätig.

Der IT-Konzern befindet sich derzeit in einem tiefgreifenden Umbau. HP leidet - wie zum Beispiel der kleinere Rivale Dell - darunter, dass insbesondere die Privatkunden mittlerweile gerne zu einem Tablet-Computer greifen oder sich fürs Surfen im Internet mit ihrem Smartphone begnügen. Doch selbst das eigentlich verlässliche Geschäft mit Firmenkunden war zuletzt welweit rückläufig.

Um sich den neuen Realitäten zu stellen, baut Hewlett-Packard groß um. Dabei bleiben 29.000 Mitarbeiter weltweit auf der Strecke, das ist fast jeder zehnte Beschäftigte. In Deutschland gehen insgesamt 1300 von einst 10.300 Jobs verloren. (dpa/tc)