Status Quo Industrie 4.0

Deutsche Unternehmen und die Revolution

Monika Weiß ist Expertin für alle Themen rund um mobile Apps und Web-Anwendungen. Als Beraterin in der inhabergeführten App-Agentur FLYACTS GmbH beschäftigt sie sich täglich mit den Bereichen Mobile Development, Mobile Commerce, Mobile Business oder Mobile Marketing. Unsere Welt ist in ihren Augen nicht nur digital, sondern vor allem mobil.
Kaum eine Digitalzeitschrift, die nicht über Industrie 4.0, ihre Chancen und Tücken schreibt. Doch was denken Unternehmen darüber? Eine Analyse.

Vor allem in den Jahren 2014 und 2015 stieg die Aufmerksamkeit für vernetzte und digitalisierte Fabriken an. Industrie 4.0 entwickelte sich zu einem großen Forschungsinteresse. Viele Institute, Beratungsunternehmen aber auch Industriekonzerne befragten Entscheider, Mitarbeiter oder auch Politiker und füllten den bisher eher nüchternen Begriff "Industrie 4.0" mit Leben.

Digitale Anwendungen in einer vernetzten Fabrik - Zukunftsmusik oder bereits Realität?
Digitale Anwendungen in einer vernetzten Fabrik - Zukunftsmusik oder bereits Realität?
Foto: Fh Photo - shutterstock.com

Kennen Unternehmen die Bezeichnung Industrie 4.0? Wie weit sind sie mit der Umsetzung und was erhoffen sie sich davon? Wie entwickeln sich die Investitionen und welche Gründe existieren, die eine rasche Umsetzung bisher hemmen? Antworten auf diese Fragen folgen in diesem Artikel.

Industrie 4.0 ist in den Köpfen angekommen

Internet der Dinge, Smart Factory oder Digitale Transformation - viele Begriffe, die meist auch im Zusammenhang mit Industrie 4.0 fallen. Das Institut für Demoskopie Allensbach fand im Auftrag der Telekom bei einer Umfrage unter 113 Abgeordneten und 532 Führungskräften heraus, dass 90 Prozent der Abgeordneten und 74 Prozent der Führungskräfte mit dem Ausdruck Industrie 4.0 vertraut sind. Darüber hinaus bestätigte eine Studie der IMPULS-Stiftung, dass sich 22 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau intensiv und 35 Prozent am Rande mit der Thematik beschäftigten.

Umsetzung digitaler Fabriken ist in der Planungsphase

Sich mit Industrie 4.0 zu beschäftigen ist die eine, sie in die Tat umzusetzen die andere Seite. Zwar bestätigt eine Studie des IT-Beratungsunternehmens IDC unter Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, dass 45 Prozent der Befragten den Einsatz von Industrie 4.0-Lösungen evaluieren und 25 Prozent bereits planen. Jedoch stehen dem 12 Prozent gegenüber, die Industrie 4.0 begrenzt umsetzen beziehungsweise lediglich drei Prozent, die sie bereits umfassend umsetzen.

Unternehmen sind bereit zu investieren

Neben der Bekenntnis zu zukunftsweisenden Technologien in den produzierenden Gewerken ist vor allem entscheidend, wie viele Unternehmen bereit und in der Lage sind, zu investieren. Das Marktforschungsunternehmen Research Now GmbH ermittelte im Auftrag der H&D International Group, dass 40 Prozent der befragten Industrieunternehmen erste kleinere und 15 Prozent hohe Investitionen tätigen werden. Darüber hinaus investieren die interviewten Industrieunternehmen der "PwC und Stategy&"-Studie 3,3 Prozent ihres Gesamtumsatzes in digitale Lösungen. Dies entspricht in etwa der Hälfte der geplanten Ausrüstungsinvestitionen.

Vorteile überwiegen und ein positiver Trend zeichnet sich ab

Unterm Strich ist neben den Kosten und dem Know-how vor allem wichtig, was die vierte industrielle Revolution Unternehmen für Vorteile bringt. Aus den vielen Studien zur Thematik lassen sich eine Reihe von Vorzügen erkennen, die Unternehmer und deren Mitarbeiter erhoffen.

Vorteile durch Industrie 4.0

  • effizientere Produktion und Logistik

  • fundiertere Datenanalyse

  • Kostenreduktion und Umsatzsteigerung

  • Flexibilität und verkürzte Produktentwicklungszyklen

  • Kundenzufriedenheit

  • Wettbewerbsfähigkeit

  • zukunftsweisendes Unternehmensimage

Dem gegenüber stehen berechtigte Hindernisse, die manch einen Unternehmer noch skeptisch stimmen. Am häufigsten nennen Studienteilnehmer die Datensicherheit, Kosten und Mitarbeiterstrukturen.
Da jedoch nicht nur das Interesse von Fachmagazinen und Consultingfirmen, sondern auch die Aufmerksamkeit vieler Führungskräfte und Entscheider auf der Industrie 4.0 liegt, wird zukünftig energischer an Lösungen gearbeitet. Die Umfrageergebnisse zeichnen einen positiven Trend.