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Deutsche Bank verlagert Teile der Anwendungsentwicklung nach Indien

07.10.2005
Logica CMG plant, Teile der ihm von der Bank übergebenen Aufgaben nach Bangalore zu verlagern. Für die betroffenen Mitarbeiter gibt es keinen expliziten Kündigungsschutz.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) -Die Deutsche Bank hat Teile der Applikationsentwicklung an Logica CMG übergeben. Der Outsourcing-Vertrag, der bereits seit dem 1. Oktober wirksam ist, hat eine Laufzeit von sieben Jahren und ein Volumen von 24 Millionen Euro. Im Rahmen des Abkommens wechseln 39 Mitarbeiter zu Logica CMG. Ein Deutsche-Bank-Mitarbeiter akzeptierte den Betriebsübergang nicht. Ausgelagert wurden Entwicklung und Pflege der Anwendungen, die die Deutsche Bank im Controlling, im Risk-Management sowie in der Rechts- und Compliance-Abteilung verwendet. Logica CMG konnte den Auftrag unter anderem gegen namhafte indische Wettbewerber gewinnen.

Anders als beim Outsourcing des Rechenzentrums an IBM beinhaltet der für das aktuelle Auslagerungsprojekt gefundene Interessensausgleich keinen gesonderten Kündigungsschutz für die betroffenen Mitarbeiter. Sie können sich lediglich auf den Paragrafen 613a aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) berufen. Das Gesetz verbietet allerdings nur Kündigungen, die mit dem Betriebsübergang begründet werden. Stellenstreichungen aus Rationalisierungsgründen sind möglich.

Der IT-Dienstleister plant wesentliche Teile der übernommenen Aufgaben, etwa die technische Weiterentwicklung und Pflege der Applikationen sowie den Anwendungs-Support, im kommenden Jahr nach Bangalore, Indien, zu verlagern. Das Finanzinstitut hat diesem Vorhaben zugestimmt, denn nur so lassen sich die versprochenen Einsparziele erreichen.

In Frankfurt am Main werden einige Mitarbeiter die Koordination der Aufgaben zwischen Deutsche Bank und Logica CMG verantworten. Für die übrigen sollen andere Aufgaben gefunden werden, versprach Peter Herrmann, Deutschland-Chef von Logica CMG. "Wir wachsen im Bereich Financial Services pro Jahr um zehn Prozent", sagte er in einem Gespräch mit der COMPUTERWOCHE. "Wir könnten schneller wachsen, wenn wir mehr Mitarbeiter hätten." Für die angestrebte Expansion sei ein profundes Bank-Know-how kombiniert mit IT-Erfahrung sehr wichtig. Über eben diese Fähigkeiten verfügen die von der Deutschen Bank übernommenen Mitarbeiter, so der Logica-CMG-Chef. (jha)