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Deutsche Bahn setzt strategisch auf Linux

05.05.2004

Die Deutsche Bahn wird einer Pressemitteilung zufolge künftig Linux als eine strategische Server-Plattform nutzen. Soweit möglich sollen vorhandene Systeme umgestellt und neue auf Linux-Basis entwickelt werden. Damit will die Bahn mehrere Millionen Euro jährlich einsparen und durch die Herstellerunabhängigkeit mehr Flexibilität gewinnen.

Man habe bereits in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit Linux gesammelt, heißt es weiter, beispielsweise bei der Fahrplanauskunft. Nun soll der interne Dienstleister DB Systems "weite Teile" des IT-Betriebs Linux-fähig machen. Er hat dazu eine komplette Standard-Architekturplattform entwickelt, die modular aufgebaut ist und auf verschiedenste Anwendungen passt. Damit würden der Aufwand für einzelne Verfahrensumstellungen deutlich reduziert und "Unverträglichkeiten" vermieden, so die Bahn.

Zunächst sollen portierbare IT-Systeme - in erster Linie Standardanwendungen wie Lotus Notes oder SAP-Application-Server - umgestellt werden, und zwar bis Ende 2004. Allein die Einsparungen bei der Portierung von Notes sollen die Kosten für das gesamte Linux-Projekt decken. Parallel werden neue Projekt wie das Configuration-Management "PROCON" größtenteils auf Linux implementiert. DB Systems prüft überdies, inwieweit eine Migration laufender Verfahren (= Änderung des IT-Systems mit Programmieraufwand) wirtschaftlich und technisch machbar ist.

Hier stoße man an Grenzen - die Umstellung einiger Anwendungen komme aus wirtschaftlichen Gründen vorerst nicht in Frage. Gleiches gelte für Highend-Anwendungen mit sehr hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Skalierbarkeit. Bei ihren Client-Plattformen und der Bürokommunikation setzt die Bahn übrigens auf weiterhin auf Microsoft, sprich Windows und Office. (tc)