Freiberufler-Index rückläufig

Deutlich kürzere Projektlaufzeiten

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Im letzten Quartal des Jahres 2015 ging der Geco-Index um fast fünf Prozent gegenüber dem Vorquartal zurück. Nur im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Index um sieben Prozent.

"Die deutlich kürzeren Projektlaufzeiten und die leicht rückläufigen Beraterstundensätze haben den Index im vierten Quartal negativ beeinflußt", analysiert Geco-Vorstand Günter Hilger das Ergebnis. Gestiegen seien dagegen die Technikerstundensätze und die Anzahl von Projektanfragen. "Diese leicht negative Tendenz sollte nicht überbewertet werden", kommentiert der Geco-Chef.

Mit einem Einzelwert von 113 Punkten lagen die Beraterstundensätze um knapp zwei Prozent unter denen des Vorquartals (115 Punkte). Seit dem Spitzenwert im ersten Quartal des Jahres von 119 Punkten ist dieser Einzelwert über das Jahr hinweg drei Quartale hinweg rückläufig gewesen und hat fünf Prozent verloren. "Allerdings ist dieser Wert mit Vorsicht zu genießen", warnt Hilger. Während die Honorare von Beratern mit eher traditionellem Profil zurückgingen, konnten solche mit aktuell nachgefragten Skills rund um die Themen SAP, HANA, Cloud und Sicherheit ordentlich punkten.

Beraterstundensätze haben sich zwar über die Quartale hinweg negativ entwickelt, jedoch müssen Berater mit Spezial-Wissen, zum Beispiel zu HANA, keine Sorge haben.
Beraterstundensätze haben sich zwar über die Quartale hinweg negativ entwickelt, jedoch müssen Berater mit Spezial-Wissen, zum Beispiel zu HANA, keine Sorge haben.
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Die Technikerstundensätze konnten zum Jahresende mit einem Wert von 115 Punkten das hohe Niveau des zweiten Quartals 2015 (ebenfalls 115 Punkte) erreichen, nachdem sie im dritten Quartal (108 Punkte) vorübergehend um acht Prozent eingebrochen waren. Im Jahresvergleich stiegen die Stundensätze im Durchschnitt von 111 Punkten im Jahr 2014 auf 115 Punkten 2015, macht 3,5 Prozent, und damit bewegen sie sich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Sowohl das vierte Quartal 2014 als auch das vierte Quartal 2015 weisen im jeweiligen Quartalsvergleich die niedrigsten Werte auf, sollten allerdings nicht überbewertet werden.
Sowohl das vierte Quartal 2014 als auch das vierte Quartal 2015 weisen im jeweiligen Quartalsvergleich die niedrigsten Werte auf, sollten allerdings nicht überbewertet werden.
Foto: Geco

Wie schon erwähnt, waren es vor allem die Projektlaufzeiten, die den Index in diesem vierten Quartal schlecht aussehen ließen. Mit einem Wert von 147 Punkten lag er knapp 21 Prozent unter dem des dritten Quartals (186 Punkte). Verglichen allerdings mit dem Vorjahreswert relativiert sich dieses negative Ergebnis, denn 2014 schloss der Index auf vergleichbarem Niveau (145 Punkte) ab. Eine plausible Erklärung für diesen Rückgang hat Hilger nicht: "Am wahrscheinlichsten ist eine leichte Verunsicherung im IT Markt zum Jahresende."

Positiv entwickelt haben sich dagegen im vierten Quartal die Projektanfragen. Sie stiegen von 96 Punkte im dritten auf 102 Punkten im vierten Quartal. "Viele dieser Anfragen betrafen bereits avisierte Projekte für dieses Jahr", freut sich Geco-Mann Hilger.

Der Geco-Freiberufler-Index ...

... untersucht die durchschnittlichen Stundensätze für freiberufliche Berater und Techniker, die Laufzeiten der Projekte und die Zahl der Projektanfragen. Grundlage der Berechnungen ist das Geschäftsjahr 2009, das die "Basis 100" bildet. Der Index wird vom Hamburger Personaldienstleister Geco erhoben.