IBM-Studie

Der Trend geht zum Social Business

21.11.2012
Unternehmen investieren verstärkt in Lösungen, die sie zum "Social Business" machen sollen. Das Change Management erweist sich allerdings dabei oft als nicht trivial.
Foto: IBM

Laut der neuen Studie "The Business of Social Business" des IBM Institute of Business Value (PDF-Link) hat das Thema mittlerweile enorm an Fahrt aufgenommen: 46 Prozent der Befragten gaben einer Mitteilung der IBM zufolge an, ihre entsprechenden Investitionen 2012 erhöht zu haben. "Big Blue" vermeldet das natürlich nicht ganz uneigennützig, denn es bietet allerlei Social Software wie zum Beispiel "Connections" an.

62 Prozent der für die Studie Befragten jedenfalls wollen ihre Social-Business-Ausgaben über die nächsten drei Jahre hinweg noch steigern. Zwar wenden sie das meiste davon noch immer für Marketing (67 Prozent) und PR (54 Prozent) auf. Aber auch in anderen Bereichen steigen die Investitionen, so etwa im Kundendienst oder im Vertrieb.

Ein Bereich, von dem sich die Befragten konkrete Vorteile durch den Wandel zum Social Business erhoffen, ist die Kundenbeziehung: Unternehmen wollen mit Hilfe von Social-Tools ihre Kunden besser kennenlernen und deren Erfahrungen mit ihren Marken ("Customer Experience") verbessern.

So gaben etwa 60 Prozent der Befragten an, soziale Plattformen zu nutzen, um Kundenanfragen zu beantworten. 78 Prozent wollen dies in den nächsten zwei Jahren intensivieren. Mehr als die Hälfte - 55 Prozent - holen sich auch explizit Feedback von ihren Kunden ein. 79 Prozent der Teilnehmer haben die Absicht, dies innerhalb der nächsten zwei Jahre zu verstärken.

Auch die Mitarbeiterproduktivität wollen Unternehmen der IBM-Studie zufolge durch die Social-Business-Transformation verbessern. Zudem wollen sie die Interaktion mit Kunden und Partnern intensivieren und Ideen und Anregungen auch von außen nutzen, etwa durch Crowdsourcing. Darüber hinaus haben die Unternehmen erkannt, dass sie mit Social-Ansätzen den Innovationsprozess verbessern können. Dazu bauen sie interne Communities auf und gestalten strukturierte Innovationsprozesse mit Hilfe von Social-Tools wie beispielsweise "Suggestion-Boxes" (die Weiterentwicklung des betrieblichen Vorschlagswesens), Jams (virtueller Ideenaustausch in großer Gruppe) oder Hack Days (befristete Konzentration auf ein bestimmtes Thema).

Bei allen Vorteilen des Social Business gaben fast drei Viertel der Befragten allerdings an, nicht ausreichend für den kulturellen Wandel in ein Social Business vorbereitet zu sein. Und zwei Drittel sind sich nicht sicher, ob sie das Ausmaß der Veränderungen in vollem Umfang verstehen, die in den nächsten drei Jahren auf sie zukommen werden.

Um den Wandel erfolgreich zu gestalten, gibt das Institute of Business Value in seiner Studie eine Reihe von Empfehlungen. Beispielsweise sollen die Unternehmen Change-Management-Techniken nutzen, mit KPIs arbeiten und den Nutzen messen. Auch sollen sie Guidelines aufstellen, um Risiken zu managen.