Verhaltene Gründer

Der Trend geht zum Einzelkämpfer

06.10.2010
3,1 Prozent mehr Hightech-Gründungen als im Vorjahr - und dennoch liegt die Gründungstätigkeit mit 14.000 neuen Firmen auf einem der niedrigsten Niveaus seit Mitte der 90er Jahre.

Lichtblick ist die Softwareentwicklung, die mit 15 Prozent einen regelrechten Boom erzeugt hat. Das zeigt eine aktuelle Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Zusammenarbeit mit Microsoft. Neben der leichten Erholung bei Gründungen in der Hightech-Branche machten sich im vergangenen Jahr zahlreiche Arbeitnehmer als Ein-Personen-Unternehmen selbständig. "Der Anstieg in der Hightech-Branche ist erfreulich. Allerdings ist der vor allem von vielen Kleinstunternehmen getrieben. Der Beitrag dieser Gründer zum Innovationsgeschehen in Deutschland ist gering", berichtet Georg Licht, Leiter des Forschungsbereichs Industrieökonomik und internationale Unternehmensführung beim ZEW. "Damit die deutsche Gründerszene stärker an Fahrt aufnimmt, bedarf es weiterer Startups mit technologischen Produktinnovationen, die Impulswirkung für die Gesamtwirtschaft haben."

Die Hindernisse für junge Gründer

Im Rahmen der aktuellen Studie, die auch Forschungsergebnisse anderer Institute aufgreift, wird deutlich, mit welchen Hemmnissen sich Gründer in Deutschland auseinandersetzen. 36 Prozent der Befragten haben vor allem bei der Auftragsakquisition und dem Aufbau eines Kundenstamms Probleme (Gründerpanel des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn). Gerade etablierte Unternehmen hätten in Deutschland Bedenken, mit jungen Startups zusammenzuarbeiten. Generell sind für viele Entrepreneure Finanzierungsengpässe eine bedeutende Hürde, mit der sie sich in der Gründungsphase konfrontiert sehen.

Die vom ZEW befragten Unternehmer kritisierten den eingeschränkten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten bei traditioneller Kreditfinanzierung sowie die zu geringe Zahl an Venture-Capital-Gebern. Letztere hätten sich in den vergangenen zehn Jahren zunehmend auf die Wachstumsphase konzentriert, sich aus der Finanzierung der Startphase dagegen vollkommen zurückgezogen. Hinzu kommen Probleme bei der Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter. 25 Prozent der Gründer nannten im KfW-Gründungsmonitor 2010 darüber hinaus die Belastung für die Familie als Hemmnis. Für junge Unternehmen stellen somit auch persönliche Ängste und Sorgen ihrer Gründer große Entwicklungshürden dar.

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