Top 10 - Matthias Mehrtens, Stadtwerke Düsseldorf

Der Reiz des Wandels

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Ein deregulierter Energiemarkt fordert auch die IT der Versorger heraus. Matthias Mehrtens setzt darum auf SOA und Green IT.
Matthias Mehrtens kam beim "CIO des Jahres 2008" unter die Top 10.
Matthias Mehrtens kam beim "CIO des Jahres 2008" unter die Top 10.

Was ist denn bitte schön Green IT? Können Sie Ihre IT-Strategie erklären? Und wie steht es mit Innovation? Die junge Moderatorin hat sich sperrige Themen ausgesucht, über die Berater stundenlang reden, ohne dass sie greifbar würden. In seinem schwarzen Anzug und der grau-weiß gestreiften Krawatte sieht Matthias Mehrtens aus wie ein typischer Berater, doch nach der ersten Antwort wird der Unterschied klar.

Der CIO der Stadtwerke Düsseldorf erklärt in wenigen Sätzen, wie intelligente Stromzähler funktionieren. Er plaudert entspannt über die Herausforderungen an seine IT im deregulierten Energiemarkt, ohne dass er sich in Anglizismen und den in der IT-Branche so beliebten Abkürzungen ergeht.

Druck durch Wettbewerber und Gesetzgeber

Die Idee, Anwendern die IT in fünf- bis zehnminütigen Web-TV-Spots zu erklären, funktioniert bei den Düsseldorfer Stadtwerken. Schon vor den Spots waren die Anwender so zufrieden mit ihrer IT, dass Mehrtens im vergangenen Herbst den "Customer Care Award" gewann, den das CIO-Magazin und die TU München als Ergebnis der größten deutschen IT-Zufriedenheitsstudie verliehen.

Matthias Mehrtens schätzt den großen Zusammenhalt bei den Stadtwerken.
Matthias Mehrtens schätzt den großen Zusammenhalt bei den Stadtwerken.

Für den promovierten Wirtschaftsinformatiker ist eine gute Zusammenarbeit mit den Fachbereichen Grundvoraussetzung, um die Herausforderungen in der IT zu bewältigen. Die gibt es zuhauf, seit der Energiemarkt dereguliert wurde. "Wir stehen von vielen Seiten unter Druck, ob durch Wettbewerber oder Vorgaben der Bundesnetzagentur", sagt Mehrtens. Letztere gab den Anstoß für sein wichtigstes Projekt in den vergangenen zwei Jahren: den Aufbau einer Service- orientierten IT-Architektur mit einer zentralen Datendrehscheibe auf Basis von SAP. So musste im Zuge der Entflechtung von Vertrieb und Verteilung für Strom und Gas das SAP-System in zwei Mandanten aufgeteilt werden.

Auf den Projektfortschritt ist Mehrtens stolz: "Wir haben mittlerweile vier Testtransformationen sowie Prozesstests hinter uns und werden im Frühjahr 2009 einer der ersten großen Versorger in Deutschland sein, der diese Anforderungen umgesetzt hat." Betroffen sind insgesamt über 750.000 Verträge. Auch der Austausch von Nachrichten zwischen den zwei getrennten SAP-Systemen über Edifact-Datenkommunikation funktioniere schon. Dass alles bislang so gut lief, führt Mehrtens auf die Architekturvorgaben zurück, die man sich vorher genau überlegt habe. Wichtig sei auch gewesen, dass die IT-Architektur stets eingebunden war.

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