Der IT-Projektmarkt formiert sich neu

Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - in der Digitalredaktion von COMPUTERWOCHE, CIO-Magazin, ChannelPartner und Tecchannel. Ihre Schwerpunkte sind IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding, Führung und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
Für IT-Freiberufler bleibt die Finanzbranche auf absehbare Zeit zwar Auftraggeber Nummer eins. Große Projektimpulse gehen aber zunehmend von den Bereichen Telekommunikation, Elektronik, IT und Automotive aus.

Der IT-Projektmarkt war bisher eng an die Bankenbranche gekoppelt: Ging es den Banken gut, gab es auch für IT-Freiberufler reichlich Aufträge. Hatten die Finanzhäuser Probleme, bekamen dies vor allem die externen IT-Profis durch weniger werdende Projekte zu spüren. "Diesen Zustand, auf Gedeih und Verderb einer Branche ausgeliefert zu sein, wird es schon bald nicht mehr geben", prognostiziert Karl Trageiser vom Projektportal Gulp Information Services. Der Grund liegt laut Gulp darin, dass sich die Verteilung der IT-Projektaufträge gerade nachhaltig verändere.

Die Banken bleiben der größte Auftraggeber für IT-Freiberufler, aber der Anteil anderer Branchen am Projektmarkt wächst. (Quelle: Gulp)
Die Banken bleiben der größte Auftraggeber für IT-Freiberufler, aber der Anteil anderer Branchen am Projektmarkt wächst. (Quelle: Gulp)

Das Münchner Projektportal, in dem über 48000 IT-Freiberufler im deutschsprachigen Raum (inklusive Österreich und Schweiz) mit ihren Profilen eingetragen sind, beobachtet seit einiger Zeit, dass die Banken zwar nach absoluten Zahlen weiterhin den Löwenanteil an Projekten in die Freiberuflerszene vergeben, ihr prozentuales Gewicht jedoch abnimmt: Im Jahr 2001 entfielen noch 34 Prozent der über Gulp abgewickelten Projektanfragen auf die Finanzinstitute, in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres waren es nur noch 18,6 Prozent.

Auf Rang zwei hinter den Banken befindet sich derzeit die Telekommunikation: 13,5 Prozent aller Anfragen zwischen Januar und Februar 2004 gingen auf das Konto dieser Branche. Im Jahr 2001 lag der Prozentsatz nur bei 11,5. Im gleichen Zeitraum holten auch andere Wirtschaftszweige kontinuierlich auf: der Elektroniksektor von 9,2 auf 12,6, IT von neun auf 10,8 und Versicherungen von 6,6 auf 7,1 Prozent.

"Mehr als ein Geheimfavorit für die nahe Zukunft des IT-Projektmarkts ist die Automotive-Branche", kommentiert Trageiser die jüngsten Ergebnisse der Gulp-Analyse. Lediglich 2,5 Prozent aller 2001 über Gulp geschalteten Anfragen stammten von Automotive-Unternehmen, im Januar und Februar 2004 lag der Prozentsatz bereits bei 7,5.

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